Regensburg, Provinzialat der Barmherzigen Brüder


 

GESCHICHTE

Regensburg, Provinzialat der Barmherzigen Brüder – Professionelle Krankenpflege

 

Nachdem viele Ordens- und Krankenhäuser der Barmherzigen Brüder 1803 der Säkularisation zum Opfer gefallen waren, setzte in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts eine Welle von Neugründungen ein. Die größte Niederlassung im 20. Jahrhundert stellte das Krankenhaus in Regensburg mit über 800 Betten dar, das 1929 eingeweiht wurde. Gleichzeitig wurde hier der Sitz der Bayerischen Ordensprovinz unter dem Patronat des hl. Karl Borromäus eingerichtet.

Die von Provinzial Eustachius Kugler von 1927 bis 1930 unter schwierigsten finanziellen Bedingungen erbauten Krankenhäuser St. Pius (Männerbau) und St. Vinzenz (Frauenbau) hatten von Anfang an großen Zuspruch, sodass schon 1932 auch eine Krankenpflegeschule eröffnet werden konnte. Die Betriebsführung der Frauenklinik übernahmen die Barmherzigen Schwestern aus München. Mitbegründer und erster Prior war Frater Johann Fakundus Apold. Die Zeit des Zweiten Weltkriegs überstanden beide Krankenhäuser ohne größere Beschädigungen, obwohl sie in unmittelbarer Nähe zu den Messerschmittwerken lagen, die 1943 bombardiert wurden. Bis 1954 beschlagnahmte die amerikanische Militärregierung die Krankenhäuser. Danach standen sie wieder unter der Verwaltung der Barmherzigen Brüder. Nachdem 1946 Provinzial Frater Eustachius Kugler im Ruf der Heiligkeit in Regensburg gestorben war, wurden seine Gebeine zehn Jahre später vom Klosterfriedhof in die Krankenhauskirche St. Pius übertragen (2009 seliggesprochen).
Ab der Mitte der 1970er-Jahre wurde das Krankenhaus laufend den neuesten medizinischen Anforderungen angepasst und durch Fachabteilungen beständig erweitert. In dem bis 1998 sanierten St. Piusbau hat die neue Abteilung für Geriatrische Rehabilitation ihren Sitz. Mit diesem Schwerpunkt reagierten die Barmherzigen Brüder auf die eingetretene und zu erwartende gesellschaftliche Veränderung. 2001 wurden die Klinik St. Hedwig an der Steinmetzstraße (eine Frauen- und Kinderfachklinik mit 230 Betten), bis dahin unter der Leitung der Blauen Schwestern von der hl. Elisabeth, und 2002 die Frauenklinik Dr. Opitz in den Betrieb integriert. Außerdem konnte sich die Klinik als akademisches Lehrkrankenhaus der Universität Regensburg profilieren. Seit 2001 gibt es auch eine Palliativstation.

Nach dem Prinzip der christlichen Nächstenliebe führen die Barmherzigen Brüder in Regensburg mittlerweile das größte Ordenskrankenhaus und zugleich das größte katholische Krankenhaus Deutschlands. Es ist zertifiziertes Mitglied im „Deutschen Netz gesundheitsfördernder Krankenhäuser“ der Weltgesundheitsorganisation (WHO).

 

(Christine Riedl-Valder)

 

Link:

www.barmherzige.de

www.barmherzige-regensburg.de 



 

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