Niederalteich, Ursulinenkloster


 

GESCHICHTE

Niederalteich, Ursulinenkloster – Aus Berlin nach Niederbayern

 

Im Herbst 1979 übersiedelte der seit 1855 in Berlin ansässige Ursulinenkonvent nach Niederbayern an die Donau, nachdem das Berliner Bischöfliche Ordinariat das St. Ursula-Gymnasium, in dem die Nonnen arbeiteten, aus finanziellen Gründen geschlossen hatte. Die Ursulinen folgten einer Einladung des Niederaltaicher Benediktinerabts Placidus Joseph Stiess, der den Nonnen die Mitarbeit im Schulwerk des Klosters anbot. Mit dem Umzug verband der Konvent die Hoffnung, auf altbayerischem Boden leichter Novizinnen für den Fortbestand ihrer Gemeinschaft zu finden. Nach dem Verkauf des Grundbesitzes in Berlin wurde in Niederalteich ein neues großes Gebäude errichtet, das mindestens 30 Schwestern Platz bieten sollte. Es umfasst einen Gemeinschafts- und Verwaltungstrakt um das zentrale Oktogon der Kapelle mit Kreuzgang sowie den Klausurtrakt und einen Gästetrakt. Am 27. Oktober 1979 erfolgten Einweihung und Einzug der zehn norddeutschen Schwestern unter Leitung von Oberin Sr. Andrea Schindler.

Die Ursulinen fanden herzliche Aufnahme in Niederalteich. Sie engagierten sich in der Pfarrei, übernahmen karitative Tätigkeiten und arbeiteten als Lehrerinnen am örtlichen Gymnasium der Benediktiner sowie an der Abt-Joscio-Schule. Die Schwestern waren auch im Pfarrgemeinderat vertreten. Sie stellten ihr Haus für verschiedene Gelegenheiten zur Verfügung. Zu Taufen, Goldenen Hochzeiten oder persönlichen Gottesdiensten, wie auch zum Weltgebetstag der Frauen oder zu Friedensgebeten öffneten sie ihre Kapelle.

Die erwartete Vergrößerung des Konvents blieb jedoch aus; innerhalb der folgenden 33 Jahre gab es lediglich einen Neueintritt in die Gemeinschaft. Der rührige Freundeskreis des Kloster suchte gemeinsam mit den Ursulinen vergeblich nach einer Möglichkeit zur Weiterführung der Institution. 2012 entschloss man sich zur Auflösung des Klosters. Die verbliebenen hochbetagten Schwestern wechselten in ein nahegelegenes Seniorenstift. Im Sommer 2015 wurde im ehemaligen Ursulinenkloster ein stationäres Hospiz mit einer Akademie für Palliativmedizin, Palliativpflege und Hospizarbeit eröffnet.

 

(Christine Riedl-Valder) 



 

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