Konnersreuth, Salesianum


 

GESCHICHTE

Konnersreuth, Salesianum, Oblaten des hl. Franz von Sales – Seelsorge und Priesternachwuchs

 

Gut Fockenfeld, das rund zwei Kilometer östlich von Konnersreuth liegt, befand sich ursprünglich im Besitz der Herren von Schirnding. 1362 wurde es von Kloster Waldsassen erworben und als Meierhof und Verwaltungssitz genutzt. Nachdem die Zisterzienser das Anwesen um 1750/70 von ihrem Stiftsbaumeister Philipp Muttone zu einer weitläufigen barocken Schlossanlage erneuern hatten lassen, diente es ihnen als Sommersitz. In der Säkularisation 1803 kam es bei einer Versteigerung in private Hände. Bei einem Brand im Jahr 1870 wurde die barocke Ausstattung zerstört.

Nach dem Zweiten Weltkrieg stand Fockenfeld wieder zum Verkauf. Die Mystikerin Therese Neumann (1898-1962) aus Konnersreuth setzte sich dafür ein, dass das Gut zur Heimstatt eines Klosters wurde. Zum 1. April 1951 kam der gesamte Besitz an die Salesianer. Die Oblaten des hl. Franz von Sales übernahmen die große Landwirtschaft (bis 1996 in Eigenregie betrieben) und errichteten eine Seminarkirche, die 1968 unter dem Patrozinium Christus Salvator durch den Regensburger Bischof Dr. Rudolf Graber geweiht wurde. Architekt Hans Starr entwarf dafür einen Bau auf quadratischem Grundriss; die Patres Franz Schauer, Alois Mader und Josef Müller erdachten ein umfangreiches Bildprogramm, das in farbenprächtigen, von Blasius Spreng gefertigten Glasfenstern realisiert wurde.

Seit ihrer Ansiedlung engagieren sich die Salesianer als Seelsorger in den umliegenden Pfarreien Konnersreuth, Leonberg-Wernersreuth, Münchenreuth und der Wallfahrtskirche Kappl. 1955 übersiedelte die Spätberufenenschule St. Josef aus Hirschberg hierher; die Einrichtung eines Gymnasiums und eines Kollegs schlossen sich an. Mitte der 1960er-Jahre zogen Mallersdorfer Schwestern ein, die sich seitdem um den Haushalt des Klosters kümmern. In allen Schuleinrichtungen erteilen die Patres an der Seite von weltlichen Lehrkräften Unterricht. Ungefähr 1300 Schüler besuchten seitdem diese Bildungsanstalten; rund 500 von ihnen wurden zu Priestern geweiht. Die Gebäude wurden in den letzten Jahrzehnten mehrfach modernisiert. Von 1985 bis 1987 wurde das Schloss grundlegend saniert und der Festsaal wiederhergestellt, der nun für Schlosskonzerte genutzt wird. 2011 feierten die Salesianer ihr 60-jähriges Jubiläum in Fockenfeld.

 

(Christine Riedl-Valder)

  

Link:

 

www.fockenfeld.de

 



 

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