Hausen, Augustinerkloster Fährbrück


 

GESCHICHTE

Hausen, Augustinerkloster Fährbrück – Seelsorge für die fränkischen Pilger


Die schon vor der Reformation bestehende Wallfahrt zum wundersamen Heilwasser des Gregoriussteins in Fährbrück erlebte Mitte des 17. Jahrhunderts nach dem Neubau der Kapelle großen Aufschwung. Damals erklärten sich die Würzburger Karmeliter bereit, provisorisch den Gottesdienst, die Predigt und das Beichthören zu übernehmen. Ab 1676 versahen sie diesen Dienst dann offiziell rund 100 Jahre lang. Unter dem Würzburger Fürstbischof Johann Gottfried von Guttenberg (1684–1698) wurde ein neuer repräsentativer Kirchenbau errichtet und unter das Patrozinium der Himmelfahrt Mariens gestellt.

Seit 1867 engagierten sich die Redemptoristen aus Gars in der Seelsorge an der Wallfahrtskirche Maria Himmelfahrt in Fährbrück und begründeten ein Kloster. Aufgrund der im Deutschen Kaiserreich erlassenen ordensfeindlichen Gesetze im Zuge des so genannten Kulturkampfs mussten sie jedoch bereits sechs Jahre später diesen Ort wieder verlassen. In den folgenden Jahren erfüllte Kaspar Rothenbucher, der Pfarrer von Hausen, alle anfallenden Aufgaben. Er ließ auch das Gotteshaus farbenfroh ausmalen und einen neuen Gnadenaltar aufstellen. 1880 gelang es ihm, Augustiner in Fährbrück anzusiedeln, die in das von den Redemptoristen neu erbaute Kloster einzogen und die Betreuung der Wallfahrt übernahmen. Rechtlich gesehen handelte es sich anfangs nur um eine Filiale des Augustinerklosters Münnerstadt. Erst elf Jahre später genehmigte das Ministerium die Eigenständigkeit der Einrichtung mit der Auflage, dass das Kloster keine Novizen aufnehmen durfte und die Anzahl der Patres auf zwei beschränkt wurde. Die Augustiner erwarben daraufhin das Kloster von den Redemptoristen und errichteten einen Erweiterungsbau für den Schulbetrieb. 1934 erhielt die Anlage nach einem Umbau ihre heutige Form und Größe und bot nun Platz für 25 Schüler, die zur Vorbereitung auf das Gymnasium den Unterricht der Patres besuchten.

Unter dem NS-Regime dienten die Räume zur Unterbringung von Großstadtkindern im Rahmen der Landverschickungsaktion der NSDAP. Nach Kriegsende bezogen 25 Ritaschwestern und Novizinnen für ein Jahr das Kloster, da in Würzburg große Wohnungsnot herrschte. Danach stand das Haus wieder den Klosterschülern zur Verfügung. 1948 erfolgte eine erste Renovierung der Wallfahrtskirche. Aufgrund mangelnder Nachfrage musste die Schule 1962 geschlossen werden.

Die Augustiner sind nicht nur für die Wallfahrer zuständig, sondern kümmern sich auch um die Seelsorge in den umliegenden Kirchengemeinden. 1976 umfasste der Pfarrverband Fährbrück fünf Pfarreien und zwei Filialen. Zu dieser Gemeinschaft gehören die Pfarrei St. Cyriakus, St. Laurentius und St. Maria Magdalena in Gramschatz, die Pfarrei St. Wolfgang in Hausen mit der Filiale St. Alban in Erbshausen-Sulzwiesen, die Pfarrei St. Vitus in Hilpertshausen mit der Filiale St. Nikolaus in Rupprechtshausen, die Pfarrei St. Lambertus in Opferbaum und die Pfarrei St. Ottilia in Riede. Die Wallfahrtskirche Mariä Himmelfahrt wurde 2002 generalsaniert. 2011 kaufte die Diözese das Kloster, um den Augustinern die Sorge um den Erhalt des Gebäudes abzunehmen. Damit wurde dem Konvent, dem neben Prior P. Christoph Weberbauer sechs weitere Patres und ein Bruder angehören, ermöglicht, weiterhin in Fährbrück zu wirken.

(Christine Riedl-Valder)

 

Link:
http://www.faehrbrueck.de/
http://www.augustiner.de/de/standorte/faehrbrueck/index.html
 



 

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