Neuötting, Franziskanerkloster


 

GESCHICHTE

Franziskanerkloster Neuötting - Leben in Armut und Bescheidenheit

Die Gründung eines Hospizes der Franziskaner erfolgte im Jahr 1715 auf Bitte des Konvents im nahen Altötting. Der bayerische Kurfürst Max Emanuel befürwortete die Niederlassung, als Dank für die Obhut seines Hausschatzes durch den Orden in den Jahren seines Exils 1704 bis 1714.
Noch im Herbst 1715 bezogen mehrere Franziskaner aus Altötting ein provisorisches Domizil in Neuötting. 1717 konnten sie ihr neu erbautes Hospizgebäude übernehmen. Zum Kloster gehörte auch eine eigene Kirche. Sie wurde dem hl. Petrus von Alcantara geweiht, einem spanischen Ordensreformator des 16. Jahrhunderts. Entsprechend dessen Armutsideal lebten die Mönche von Neuötting sehr bescheiden.
1797 vernichtete ein Stadtbrand in Neuötting auch das Kloster. Die großzügige Unterstützung seitens der Bürgerschaft erlaubte einen raschen Wiederaufbau nur wenige Jahre vor der Säkularisation.
Die Aufhebung der Bettelorden im Februar 1802 betraf in Neuötting sieben Franziskaner. Die Mehrzahl kam nach Tölz. Zwei Mitbrüder wurden als "Ausländer" ausgewiesen. Ein Pater verließ den Orden. Ein Laienbruder fand Aufnahme bei den Augustiner-Chorherren im Stift Gars am Inn.
1802 diente das Neuöttinger Franziskanerkloster vorübergehend als Domizil für die Wallfahrtspriester von Altötting. 1803 wurde das Hospiz samt Kirche und Inventar durch eine Käufergemeinschaft von Bürgern der Stadt Neuötting ersteigert. Sie hatten das Ziel dort einmal wieder ein Kloster einzurichten. Deshalb wurde auch die Kirche weiterhin für Gottesdienste genutzt.
1845 übergab die Stadtgemeinde das vormalige Franziskanerkloster an den Orden der Kapuziner. Die Kirche trägt seither das Patrozinium des hl. Fidelis von Sigmaringen.

( Christian Lankes )



 

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