Pfreimd, Kollegiatstift


 

GESCHICHTE

 

Pfreimd, Kollegiatstift Unsere Liebe Frau – feierliche Gottesdienste

 

 

 

Die erste urkundliche Erwähnung von Pfreimd geht auf das Jahr 1118 zurück, als in einer Schenkungsurkunde des Benediktinerklosters Reichenbach ein Meginhard „de Phrime“ als Zeuge auftritt. 1156 wird es als Sitz einer Burg erwähnt. Die Festung diente dem Schutz der von Regensburg durch das Naabtal führenden Magdeburger Straße. Das Dorf Pfreimd gehörte im 12. Jahrhundert mit seiner Kirche als Filiale zur Pfarrei Perschen.

 

Gegen Ende des 12. Jahrhunderts kamen die Grafen von Rotteneck, Verwandte der Herren von Abensberg, durch Kauf oder Verpfändung in den Besitz von Pfreimd. Sie besaßen schon früher einzelne Güter in Pfreimd und in Iffelsdorf. Die Grafen von Rotteneck errichteten hier an der kleinen romanischen Filialkirche ein Kollegiatstift. Die Hauptaufgabe der Kanoniker – es waren wohl nur drei – bestand im Chordienst und in der feierlichen Gestaltung des Gottesdienstes. Das Patronat lag beim Pfarrer von Perschen.

 

Das Kollegiatstift war auch der Grund, dass Pfreimd 1216 zur eigenständigen Pfarrei erhoben wurde. Die Priester weigerten sich nämlich, vom Dechant in Perschen die Einweisung in die Investitur und die Pfründeregelung entgegenzunehmen. Der Streit darüber dauerte längere Zeit. Nachdem ein Sohn des Landgrafen Altmann I. von Rotteneck Kanoniker geworden war, trat Gräfin Domina Heilwig von Rotteneck in Verhandlungen mit dem bischöflichen Stuhl in Regensburg, um das Dorf Pfreimd mit seinem Stift von Perschen zu lösen. Ihr Sohn Eberhard von Rotteneck entschädigte die Domkirche in Regensburg, der Perschen inkorporiert war, mit Gütern in Pfreimd und einer jährlichen Zahlung von einem Pfund Regensburger Pfennig. Daraufhin genehmigte Bischof Konrad IV. in einer Urkunde vom 28. Juli 1216 die Erhebung von Pfreimd zur selbstständigen Pfarrei. In dem Schriftstück ist vermerkt, dass die Wohngebäude der Kanoniker damals zerstört waren und nur noch die Kirche stand. Als 1242 Bischof Siegfried von Regensburg erneut die Selbstständigkeit der Pfarrei bestätigte, existierte das Stift bereits nicht mehr. Da es auch keine Hinweise auf seine Besitzungen gibt, handelte es sich vermutlich nur um wenige Güter, die zur Dotierung der Pfarrpfründe verwendet wurden. Bischof Heinrich von Regensburg (reg. 1277–1296), der letzte Graf von Rotteneck, verkaufte 1283 die Herrschaft Pfreimd an Herzog Heinrich von Bayern, um mit dem Erlös den Dombau in Regensburg zu finanzieren. 1481 vernichtete ein verheerender Brand die Wohnhäuser des Ortes mitsamt der Kirche.

 

 

 

Christine Riedl-Valder

 



 

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