Hochaltingen, St. Maria Porten


 

GESCHICHTE

 

Fremdingen, Hochaltingen, St. Maria Porten – Beschauliches Klosterleben für Frauen

 

Das Dorf Hochaltingen, das heute zur Gemeinde Fremdingen gehört, befand sich spätestens seit dem letzten Drittel des 13. Jahrhunderts im Besitz der Edelfreien von Hürnheim, die nach den Oettingen das bedeutendste Rieser Adelsgeschlecht darstellten und hier ihren Familiensitz hatten. 1578 kam der Besitz durch Heirat an die Freiherren von Welden. Damals gründete die verwitwete Barbara von Bernhausen, die dem Hürnheimer Geschlecht entstammte, bei der Pfarrkirche Maria Himmelfahrt eine Heimstatt für Schwestern des Dritten Ordens vom hl. Franziskus. Mit ihrer Stiftung von 4000 Gulden schuf sie die wirtschaftliche Grundlage für die Gemeinschaft und stellte sie unter den Schutz und die Aufsicht ihres Schwagers Carolus von Welden. 1591 führte Pater Jakob Wolf, der Provinzial der Straßburger Observantenprovinz, die Schwestern in ihren Wirkungskreis ein. Das Kloster wurde unter dem Patrozinium Sankt Mariae Porten geweiht und war anfangs für sieben Bewohnerinnen angelegt. Es verfügte über eine kleine Hauskapelle. Ein überdachter Gang verband es mit der Pfarrkirche, wo die Schwestern ihre gemeinsamen Gebetszeiten verrichteten. Die drei ersten Nonnen kamen aus dem Memminger Kloster Maria Garten, das aufgrund seiner strengen Regeltreue einen sehr guten Ruf genoss. Auch die Stifterin selbst verbrachte hier in frommer Abgeschiedenheit die letzten sieben Jahre ihres Lebens. Schon bald nach der Gründung erhöhte sich die Zahl der Schwestern auf zehn. 1631 lebten hier 13 Nonnen. Ihre Zahl nahm während des Dreißigjährigen Kriegs wieder ab und stieg im 18. Jahrhundert bis auf 19 an. Im Lauf seines Bestehens hat das Kloster keine weiteren Besitzungen gewonnen. Um 1760 wurde beim Kloster ein neues „Beichtvaterhaus“ mit einer Wohnung für zwei Franziskanerpatres, die dort ihren ständigen Sitz hatten, erbaut. Die Freiherren von Welden veräußerten 1764 das Schloss und die Herrschaft an das Haus Oettingen-Spielberg.

1807 wurde das Kloster im Zuge der Säkularisation formell aufgehoben, aufgrund des unbedeutenden Besitzes entfiel jedoch die Enteignung. Die Schwestern durften weiterhin hier leben. Im Lauf der Zeit starb der Konvent aus. Die Gebäude wurden 1834 abgebrochen und das Areal eingeebnet, die einstmals vor den Gebäuden nach Norden ausweichende Dorfstraße wurde begradigt. Nur das so genannte Beichtvaterhaus, in dem der bekannte Ordensschriftsteller Edilbert Menne (1750–1828) unter anderem seine „Predigten eines Dorfpfarrers“ (1794) verfasst hatte, blieb erhalten. Bis 1968 diente dieses Gebäude als Schule. Heute wird es nach Umbauten und Erweiterungen als Schützenheim genutzt. 1899 waren die Franziskanerinnen nach Fremdingen zurückgekehrt. Das Dillinger Frauenkloster erwarb Schloss Hochaltingen und errichtete hier 1910 eine Haushaltungsschule und später ein Altenheim. 1997 wurde das Schloss an den Deutschen Orden veräußert, der das Altenheim übernahm und bis heute weiterführt.

 

Christine Riedl-Valder

 

Link:

http://www.altenheim-fremdingen.de/schloss_geschichte.php (Autor: Dr. Josef Hopfenzitz)

http://www.fremdingen.de/2363_DEU_WWW.php


 

 

 



 

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