Quelle: Aus dem adeligen Leben im Spätmittelalter, 1986
Signatur: ADEL-PUB-1986-01
Copyright: Haus der Bayerischen Geschichte. Die Karten unterliegen dem Urheberschutz. Das Downloaden für Schul- und Bildungszwecke ist erlaubt (Anmeldung erforderlich!). Jede andere Nutzung bedarf der ausdrücklichen Genehmigung durch die Rechtsinhaber.
Beschreibung:
Ein besonders interessantes und für Italien bezeichnendes Beispiel einer
spätmittelalterlichen Adelsfamilie stellt das weit über Verona hinaus bedeutsame
Geschlecht der Skaliger dar, das aus dem Bürgertum über Führungsaufgaben im
populo zur fürstengleiche Signorie aufstieg. Als kaisertreue ghibellinische
Herrscher waren die Signori della Scala seit der Stauferzeit Stützen der
Reichspolitik. Diese Tatsache und politisch motivierte Heiratsverbindungen mit
den bayerischen Wittelsbachern führten wohl dazu, dass die Familie nach dem Ende
ihrer Herrschaft in Verona Aufnahme in Bayern fand und dort bis zum Aussterben
des Geschlechtes hochrangige Ämter innehatte. So ist die Geschichte der Skaliger
nicht nur ein Exempel für sozialen Aufstieg im Hoch- und Spätmittelalter. Ihre
schriftliche und materielle Hinterlassenschaft gibt auch beredtes Zeugnis von
den Lebensformen und der hohen Selbsteinschätzung gerade bei diesen neuadeligen
?boni homines, von den Herrschaftspraktiken, dem rigorosen Machtwillen und der
grenzüberschreitenden Interessenidentität einer adeligen Führungsschicht, die
sich im ?Herbst des Mittelalters? zwar wirtschaftlich längst vom patrizischen
Bürgertum überholt sah. für dieses aber dennoch gesellschaftliches Vorbild und
kultureller Orientierungspunkt blieb.
Quelle: Treml, Manfred (Hrsg.) / Armbruster, Fritz / Weigand, Wolf (Mitarb.),
Aus dem adeligen Leben im Spätmittelalter. Die Skaliger in Oberitalien und in
Bayern, München 1986, S. 68-69.
Literatur:
![]()
![]()