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Verona und das Gebiet der bayerischen Herzogtümer um 1378

Quelle: Aus dem adeligen Leben im Spätmittelalter, 1986

Signatur: ADEL-PUB-1986-03

Copyright: Haus der Bayerischen Geschichte. Die Karten unterliegen dem Urheberschutz. Das Downloaden für Schul- und Bildungszwecke ist erlaubt (Anmeldung erforderlich!). Jede andere Nutzung bedarf der ausdrücklichen Genehmigung durch die Rechtsinhaber.

Beschreibung:

Das Verhältnis der Wittelsbacher zu den Skaligern war im Spätmittelalter vor allem bedingt durch das bayerische Interesse an Tirol, das sich nördlich und südlich der Alpen erstreckte:
Wirtschaftlich ergänzten sich beide Gebiete, weil bayerisches Fleisch und Getreide in Tirol, Tiroler Wein und Salz in Bayern begehrte Handelsgüter bildeten.
Politisch bot Tirol nicht nur den räumlichen Zusammenhang mit den bayerischen Gebieten. Es garantierte auch erheblichen Einfluss auf die Reichspolitik: Die Kontrolle der beiden Passstraßen über den Brenner und Reschen-Scheideck konnte politisch so lange nutzbar gemacht werden, wie die Kaiserkrönung in Rom und die Behauptung von Reichsrechten Ziele deutscher Kaiser blieben. Zudem vermehrte der mögliche Zugriff auf die wichtigste Handelsstraße in Europa den politischen Einfluss Bayerns auf die Reichsstädte.
1342 war nun Tirol bayerisch geworden, ein Ergebnis der Politik des Wittelsbacher Kaisers, Ludwig des Bayern. Dieser politische Erfolg brachte Ludwig aber die erbitterte Feindschaft der Luxemburger ein, denen er Tirol entrissen hatte.
Beim Tode Ludwigs des Bayern im Jahre 1347 stand sein Sohn Ludwig der Brandenburger im Abwehrkampf gegen die vom Luxemburger Karl IV. und von Papst Clemens VI. aufgestachelten Feinde im Süden.
Die Verehelichung seiner Schwester Elisabeth mit dem Skaliger Cangrande II. im Jahr 1350 stellte den Versuch Ludwigs des Brandenburgers dar, die politische Situation in Oberitalien für sich günstig zu beeinflussen.
Wurde Tirol auch 1363 an die Habsburger verloren, so bewährte sich das Bündnis der Wittelsbacher mit den Skaligern: Im Jahre 1368 zog der bayerische Herzog Stephan der Jüngere an der Seite der Mailänder Visconti und der Skaliger aus Verona gegen Kaiser Karl IV und 1387 fanden die Skaliger nach Ihrer Vertreibung aus Verona in Bayern Zuflucht.

Quelle: Treml, Manfred (Hrsg.) / Armbruster, Fritz / Weigand, Wolf (Mitarb.), Aus dem adeligen Leben im Spätmittelalter. Die Skaliger in Oberitalien und in Bayern, München 1986, 72-73.

Literatur:

  • Riedmann, Josef: Verona als Residenz der Skaliger, in: Paravicini, Werner / Patze, Hans (Hg.), Fürstliche Residenzen im spätmittelalterlichen Europa, Sigmaringen 1991 (Vorträge und Forschungen 36), S. 265 ff.
  • Aus dem adeligen Leben im Spätmittelalter. Die Skaliger in Oberitalien und in Bayern, hg. von Manfred Treml, München 1986 (Veröffentlichungen zur Bayerischen Geschichte und Kultur 12/86)
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