Quelle: Aus dem adeligen Leben im Spätmittelalter, 1986
Signatur: ADEL-PUB-1986-03
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Beschreibung:
Das Verhältnis der Wittelsbacher zu den Skaligern war im Spätmittelalter vor
allem bedingt durch das bayerische Interesse an Tirol, das sich nördlich und
südlich der Alpen erstreckte:
Wirtschaftlich ergänzten sich beide Gebiete, weil bayerisches Fleisch und
Getreide in Tirol, Tiroler Wein und Salz in Bayern begehrte Handelsgüter
bildeten.
Politisch bot Tirol nicht nur den räumlichen Zusammenhang mit den bayerischen
Gebieten. Es garantierte auch erheblichen Einfluss auf die Reichspolitik: Die
Kontrolle der beiden Passstraßen über den Brenner und Reschen-Scheideck konnte
politisch so lange nutzbar gemacht werden, wie die Kaiserkrönung in Rom und die
Behauptung von Reichsrechten Ziele deutscher Kaiser blieben. Zudem vermehrte der
mögliche Zugriff auf die wichtigste Handelsstraße in Europa den politischen
Einfluss Bayerns auf die Reichsstädte.
1342 war nun Tirol bayerisch geworden, ein Ergebnis der Politik des
Wittelsbacher Kaisers, Ludwig des Bayern. Dieser politische Erfolg brachte
Ludwig aber die erbitterte Feindschaft der Luxemburger ein, denen er Tirol
entrissen hatte.
Beim Tode Ludwigs des Bayern im Jahre 1347 stand sein Sohn Ludwig der
Brandenburger im Abwehrkampf gegen die vom Luxemburger Karl IV. und von Papst
Clemens VI. aufgestachelten Feinde im Süden.
Die Verehelichung seiner Schwester Elisabeth mit dem Skaliger Cangrande II. im
Jahr 1350 stellte den Versuch Ludwigs des Brandenburgers dar, die politische
Situation in Oberitalien für sich günstig zu beeinflussen.
Wurde Tirol auch 1363 an die Habsburger verloren, so bewährte sich das Bündnis
der Wittelsbacher mit den Skaligern: Im Jahre 1368 zog der bayerische Herzog
Stephan der Jüngere an der Seite der Mailänder Visconti und der Skaliger aus
Verona gegen Kaiser Karl IV und 1387 fanden die Skaliger nach Ihrer Vertreibung
aus Verona in Bayern Zuflucht.
Quelle: Treml, Manfred (Hrsg.) / Armbruster, Fritz / Weigand, Wolf (Mitarb.),
Aus dem adeligen Leben im Spätmittelalter. Die Skaliger in Oberitalien und in
Bayern, München 1986, 72-73.
Literatur:
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