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Wanderungen und Landnahme der Ungarn

Quelle: Bayern-Ungarn. 1000 Jahre, Landesausstellung 2001

Signatur: BU10-LA-2001-07

Copyright: Haus der Bayerischen Geschichte; Kartographie Ch. Peh & G. Schefcik, Eppelheim. Die Karten unterliegen dem Urheberschutz. Das Downloaden für Schul- und Bildungszwecke ist erlaubt (Anmeldung erforderlich!). Jede andere Nutzung bedarf der ausdrücklichen Genehmigung durch die Rechtsinhaber.

Beschreibung: Dass es auch die Ungarn gibt, haben die Bayern bereits um die Mitte des 9. Jahrhunderts gewusst. Kurz nachdem ihnen dieses heidnische Volk im slawischen Völkermeer jenseits der Grenzen Pannoniens bekannt geworden war, mussten sie sich ab 862 gegen sie auf dem Schlachtfeld behaupten. Arnulf von Kärnten bediente sich im Kampf gegen die Mährer ungarischer Reiterscharen. Dennoch blieb das Verhältnis der Bayern zu den Ungarn ambivalent: Bald lud man sie zu einem Gastmahl ein, bald führte man einen Feldzug zur Rückeroberung der pannonischen Gebiete, der allerdings mit dem Untergang des bayerischen Heerbannes im Jahre 907 endete.
Die Hauptlast der Verteidigung gegen die Ungarn wurde von den Bayern getragen. Herzog Berthold verweigerte ihnen den Durchzug nach Westen und brachte ihnen 943 eine empfindliche Niederlage bei. Sein Nachfolger, Herzog Heinrich I., ein Bruder Ottos des Großen, schlug sie 948 ebenfalls entscheidend und führte 951 sogar eine Offensive tief in das bayerisch-ungarische Grenzgebiet. Trotz des unter der Führung Ottos des Großen erfochtenen Sieges bei Augsburg blieb die Ungarnpolitik eine Sache der bayerischen Herzöge; die gefangenen ungarischen Heerführer Lél und Bulcsú wurden bezeichnenderweise vor dem bayerischen Herzog in Regensburg als Friedensbrecher erhängt. An diesem grundsätzlich feindlichen Verhältnis änderte zunächst auch die Tatsache nichts, dass Großfürst Géza das politische Arrangement mit dem Reich suchte. Während die Mission der Ungarn aus dem Reich allmählich anlief, drängte der Bayernherzog Heinrich der Zänker ab 985 die Ungarn bis hinter den Wienerwald zurück.

Quelle: Varga, Gábor: Nachbarn, Feinde, Freunde, in: Jahn, Wolfgang / Lankes, Chr. / Petz, Wolfgang (Hrsg.), Bayern - Ungarn. Tausend Jahre, Augsburg 2001, S. 51-52.

Literatur:

  • Varga, Gábor: Nachbarn, Feinde, Freunde, in: Bayern - Ungarn. Tausend Jahre, hg. von Wolfgang Jahn, Christian Lankes, Wolfgang Petz u.a., Augsburg 2001, S. 51-52
  • Mesterházy, Károly: Die Landnahme der Ungarn aus archäologischer Sicht, in: Ausgewählte Probleme europäischer Landnahmen des Früh und Hochmittelalters. Methodische Grundlagendiskussion im Grenzbereich zwischen Archäologie und Geschichte, Teil II, hg. von Michael Müller-Wille / Reinhard Schneider, Sigmaringen 1994 (Vorträge und Forschungen 41), S. 23 ff.
  • $Györffy, György, Die Landnahme der Ungarn aus historischer Sicht, in: Ausgewählte Probleme europäischer Landnahmen des Früh und Hochmittelalters. Methodische Grundlagendiskussion im Grenzbereich zwischen Archäologie und Geschichte, Teil II, hg. von Michael Müller-Wille / Reinhard Schneider, Sigmaringen 1994 (Vorträge und Forschungen 41), S. 67 ff. $

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