Quelle: Bayern-Ungarn. 1000 Jahre, Landesausstellung 2001
Signatur: BU10-LA-2001-06
Copyright: Haus der Bayerischen Geschichte; Kartographie Ch. Peh & G. Schefcik, Eppelheim. Die Karten unterliegen dem Urheberschutz. Das Downloaden für Schul- und Bildungszwecke ist erlaubt (Anmeldung erforderlich!). Jede andere Nutzung bedarf der ausdrücklichen Genehmigung durch die Rechtsinhaber.
Beschreibung: Der um 970 geborene ungarische Prinz Stephan war ein Nachkomme des ungarischen
Großfürsten Árpád, unter dessen Führung die ungarische Landnahme im
Karpatenbecken vor sich gegangen war. Die ursprünglich sakral begründete
Machtstellung des Großfürsten über den ganzen Stammesverband war im Lauf des 10.
Jahrhunderts immer mehr verfallen; die Herrschaft von Árpáds Nachfolgern
erstreckte sich nur noch auf den großfürstlichen Stamm. Erst Großfürst Géza
konnte seine Macht auf den ganzen pannonischen Raum ausdehnen. Sein Streben galt
bereits dem Ziel einer christlichen Herrschaftsbildung, weshalb er sich
politisch dem Reich näherte und die Missionierung seines Volkes durch Anlehnung
an das Reich in die Wege leitete.
Der Vollendung dieses Werks war die um 995/96 erfolgte Vermählung seines Sohnes
Stephan mit Prinzessin Gisela, der Tochter Herzog Heinrichs des Zänker,
verpflichtet. Diese Tatsache wird manchmal verkannt, wenn man die
arpadisch-ottonische Eheverbindung ? unter Überbewertung der realpolitischen
Aspekte ? lediglich dahingehend interpretiert, dass sie zur Bekräftigung der
bayerisch-ungarischen Friedensverhandlungen gedient habe.
Gisela und Stephan erfüllten das Vermächtnis des Großfürsten Géza: Sie haben
sowohl die Christianisierung als auch die Gründung des Königreichs Ungarn
verwirklicht.
Varga, Gábor: Kreuz und Krone, in: Jahn, Wolfgang / Lankes, Chr. / Petz,
Wolfgang (Hrsg.), Bayern - Ungarn. Tausend Jahre, Augsburg 2001, S. 27-28.
Literatur:
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