.
 

Trennlinie 01

Trennlinie 02
Trennlinie 06
Detailansicht
Deutsche Siedlung des Mittelalters im Königreich Ungarn

Quelle: Bayern-Ungarn. 1000 Jahre, Landesausstellung 2001

Signatur: BU10-LA-2001-03

Copyright: Haus der Bayerischen Geschichte; Entwurf: Wolfgang Petz; Kartographie Ch. Peh & G. Schefcik, Eppelheim. Die Karten unterliegen dem Urheberschutz. Das Downloaden für Schul- und Bildungszwecke ist erlaubt (Anmeldung erforderlich!). Jede andere Nutzung bedarf der ausdrücklichen Genehmigung durch die Rechtsinhaber.

Beschreibung: Die Wertschätzung fremder Zuwanderer ist ein politisches Vermächtnis König Stephans des Heiligen. Im ??Libellus de institutione morum ad Emericum ducem?, einer Schrift mit politischen Maximen Stephans für seinen Sohn Emmerich, handelt ein Kapitel über die ?Gäste? (?hospites?), deren Aufnahme empfohlen wird, weil sie dem Land und dem Hof nützen. Stephans Nachfolger setzten diese Politik fort und förderten mit rechtlich bindenden Zusagen die Einwanderung. So ist in der Goldenen Bulle König Andreas? II. (1205-1235) für Siebenbürgen festgelegt, dass allen ?Gästen?, welcher Nation sie auch seien, ihre Ansiedlungsprivilegien zu gewähren seien.
In Ungarn wurden die Einwanderer aus Mitteleuropa zunächst als ?Deutsche? bezeichnet; seit dem 13. Jahrhundert setzte sich für die Bezeichnung ?Sachsen? durch. Sie erschlossen und sicherten die gebirgigen und bis dahin kaum besiedelten Grenzgebirge, Siebenbürgen und die Zips. Die Ausbildung dieser wichtigsten mittelalterlichen deutschen Siedlungsräume in Ungarn steht in Zusammenhang mit den verwandtschaftlichen Beziehungen des Herrscherhauses zum Geschlecht der bayerischen Andechs-Meranier.
Noch vor dem Mongolensturm von 1241 begann in Ungarn die Gründung von Städten bzw. die Privilegierung von älteren Siedlungen nach deutschem Recht, wie beispielsweise Pressburg, Ofen, Pest oder Kaschau. Deutsche Kaufleute und Handwerker trafen hier auf ein ähnliches soziales, kulturelles und politisches Umfeld wie in den Städten ihres Heimatraums und ließen sich dort nieder. So ist beispielsweise für viele Familien der patrizischen Oberschicht von Ofen eine Herkunft aus dem heutigen Bayern nachweisbar oder zumindest wahrscheinlich.

Quelle: Petz, Wolfgang: Städte, Märkte, Straßen, in: Jahn, W. / Lankes, Chr. / Petz, W. / Brockhoff, E. (Hrsg.), Bayern ? Ungarn. Tausend Jahre, Augsburg 2001, S. 127-129.

Literatur:

  • Petz, Wolfgang: Der Donau entlang ... ., in: Bayern - Ungarn. Tausend Jahre, hg. von Wolfgang Jahn / Christian Lankes / Wolfgang Petz u.a., Augsburg 2001, S. 293-294
  • Die Donauschwaben. Deutsche Siedlung in Südosteuropa, hg. vom Innenministerium Baden-Württemberg, Sigmaringen 1987
  • Schwob, Ute Monika: Kulturelle Beziehungen zwischen Nürnberg und den Deutschen im Südosten im 14. bis 16. Jahrhundert, München 1969 (Buchreihe der Südostdeutschen Kommission 22)
  • Schünemann, Konrad: Österreichische Bevölkerungspolitik unter Maria Theresia, Bd. 1, Berlin o. J. (Veröffentlichungen des Instituts zur Erforschung des deutschen Volkstums im Süden und Südosten in München und des Instituts für ostbayerische Heimatforschung in Passau 6)
  • Petz, Wolfgang: Auswanderung aus dem heutigen Bayern ins Königreich Ungarn im 18. Jahrhundert, in: Ungarn-Jahrbuch 2002, S.
  • Login

    Zur Zeit sind Sie nicht angemeldet oder Ihre Sitzung ist nicht mehr aktiv.

    linie

    Anmelden
    zur Anmeldung
    Melden Sie sich kostenlos und unverbindlich mit Ihrer Email Adresse an und erhalten Sie vollen Zugriff auf die hochauflösenden Karten zum Download.

    linie

    Passwort vergessen?
    Sie haben das Passwort zu Ihrem Account vergessen? Wir schicken Ihnen das Passwort umgehend zu. Bitte hier klicken