Quelle: Bayern-Ungarn. 1000 Jahre, Landesausstellung 2001
Signatur: BU10-LA-2001-02
Copyright: Haus der Bayerischen Geschichte; Kartographie Ch. Peh & G. Schefcik, Eppelheimm. Die Karten unterliegen dem Urheberschutz. Das Downloaden für Schul- und Bildungszwecke ist erlaubt (Anmeldung erforderlich!). Jede andere Nutzung bedarf der ausdrücklichen Genehmigung durch die Rechtsinhaber.
Beschreibung: In der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts wurde Ungarn zu einem Bestandteil der
Österreichisch-Ungarischen Monarchie und Bayern gliederte sich in das Deutsche
Reich ein. Bemerkenswerterweise führte auf ungarischer Seite eine Bayerin die
Entwicklung mit herbei. Aus der Entstehungsgeschichte des
österreichisch-ungarischen Dualismus ist nämlich die Rolle der Prinzessin
Elisabeth in Bayern (1837-1898) nicht wegzudenken. Die spätere Kaiserin ?Sisi?
trat bald nach ihrer Eheschließung persönlich für eine Entkrampfung des
österreichisch-ungarischen Verhältnisses ein. Getragen war diese Bemühung von
einer offenkundig aufrichtigen Zuneigung für die Magyaren und ihr Land ? und für
eine der Schlüsselfiguren unter den ungarischen Förderern des Ausgleichs, den
Grafen Gyula Andrássy (1823-1890), der im Jahr des Ausgleichs das Amt des
Ministerpräsidenten übernehmen und von 1871 bis 1879 die Geschicke seines Landes
als Außenminister des Doppelstaates mit lenken sollte.
Durch ihre kluge Vermittlungstätigkeit schuf Elisabeth eine der wichtigsten
atmosphärischen Voraussetzungen für den österreichisch-ungarischen Ausgleich.
Die Würde einer Königin Ungarns erhielt sie, als die Heilige Stephanskrone ihrem
Gemahl am 8. Juni 1867 in Ofen aufs Haupt gesetzt und danach, wie es der Brauch
vorschrieb, ihr über die rechte Schulter gehalten wurde.
Quelle: Lengyel, Zsolt K.: Im Zeitstrom ? Von der Revolution zum Goldenen
Zeitalter, in: Jahn, Wolfgang / Lankes, Chr. / Petz, Wolfgang (Hrsg.), Bayern -
Ungarn. Tausend Jahre, Augsburg 2001, S. 325-328.
Literatur:
![]()
![]()