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Die Obere Pfalz wird bayerisch.

Quelle: Der Winterkönig, Landesausstellung 2003

Signatur: WINT-LA-2003-09

Copyright: Haus der Bayerischen Geschichte; Entwurf: Stephan Lippold; Ausführung: Würth & Winderoll. Die Karten unterliegen dem Urheberschutz. Das Downloaden für Schul- und Bildungszwecke ist erlaubt (Anmeldung erforderlich!). Jede andere Nutzung bedarf der ausdrücklichen Genehmigung durch die Rechtsinhaber.

Beschreibung: Kurzinformation:
Die Obere Pfalz, die seit dem Hausvertrag von Pavia 1329 zur Kurpfalz gehört hatte, fiel im Dreißigjährigen Krieg an das Herzogtum bzw. Kurfürstentum Bayern.


Ausführliche Information:
1619 hatte sich Herzog Maximilian I. von Bayern (1573-1651) als Ersatz für die Kriegskosten im Münchner Vertrag von Kaiser Ferdinand II. die Kurwürde und die Obere Pfalz ? nur ein Teil der heutigen Oberpfalz (vgl. dazu die Karte ?Die Obere Pfalz?) - zusichern lassen. Nach der Schlacht am Weißen Berg eroberten die bayerischen Truppen 1621 die Obere Pfalz, die Maximilian sogleich kommissarisch übertragen wurde. 1623 erhielt er sie als Pfandbesitz, bevor sie ihm 1628 endgültig übertragen wurde. Das Gemeinschaftsamt Parkstein-Weiden, das zuvor gemeinsam von der Kurpfalz und Pfalz-Neuburg verwaltet worden war, blieb nun allerdings im Besitz von Pfalz-Neuburg und kam nicht an Bayern.
Mit Hilfe der Jesuiten führte Maximilian I. nach und nach die Rekatholisierung des Gebietes durch. Hatte Maximilian I. bereits als Pfandherr der Oberen Pfalz seit 1623 stärker in die Religionsverhältnisse eingegriffen, so setzte er erst mit der endgültigen Übertragung der Oberen Pfalz 1628 die neue Religion mit dem Religionspatent durch. Gerade alte und vermögende Geschlechter verließen Amberg in Richtung der evangelischen Reichsstädte Regensburg oder Nürnberg, weil sie nicht zum katholischen Glauben konvertieren wollten.
Der Dreißigjährige Krieg, die Einverleibung in das kurbayerische Herrschaftsgebiet und die religiöse Umgestaltung im Sinne der Gegenreformation führten zu einem Niedergang der Oberen Pfalz in wirtschaftlicher, politischer und kultureller Hinsicht; allerdings hatte die nachlassende Wirtschaftskraft schon vor dem 30-jährigen Krieg diesen Prozess eingeleitet. Mit dem Übergang der Herrschaft an Maximilian I. war auch das Ende der Oberpfälzer Landschaft als Korporation gekommen.

Text: Stephan Lippold

Literatur:

  • Die Oberpfalz wird bayerisch, München 1978 (Ausstellungskataloge der Staatlichen Archive Bayerns 10)
  • Die Oberpfalz - Ein Europäisches Eisenzentrum. 600 Jahre Grosse Hammereinung. Aufsatzband, Theuern 1987 (Schriftenreihe des Bergbau- und Industriemuseums Ostbayern in Theuern 12/1)
  • Laschinger, Johannes: Amberg und der Landtag von 1707, in: Zeitschrift für bayerische Landesgeschichte (1989), S.255-289
  • Laschinger, Johannes: Amberg. Die kurfürstliche Haupt- und Regierungsstadt der oberen Pfalz, Stuttgart 2000
  • Laschinger, Johannes: Der Amberger Bergbau im Mittelalter und in der frühen Neuzeit und seine Wasserprobleme, in: Holzwege. Wald und Wasser - Bergbau und Glashütten, Theuern 2002 (Schriftenreihe des Bergbau- und Industriemuseums Ostbayern 44), S. 141-151
  • Volkert, Wilhelm: Zum historischen Oberpfalz-Begriff, in: Becker, Hans-Jürgen: Der Pfälzer Löwen in Bayern. Zur Geschichte der Oberpfalz, Regensburg 1997, 9-24
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