Quelle: Der Winterkönig, Landesausstellung 2003
Signatur: WINT-LA-2003-03
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Beschreibung:
Obwohl die Goldene Bulle von 1356 die Unteilbarkeit der Territorien der Kurfürsten vorsah, umgingen die jeweiligen Familienoberhäupter diese Bestimmung immer wieder, um ihren Nachkommen je eigene Fürstentümer zu verschaffen. So entwickelten sich Pfälzer Teilherrschaften, die den Pfalztitel und als Unterscheidungsmerkmal den Namen der jeweiligen Residenzstadt führten. Die wesentlichsten Abspaltungen von der pfälzischen Kurlinie bildeten das Haus Pfalz-Zweibrücken, aus dem die bayerischen Könige im 19. Jahrhundert hervorgehen sollten, sowie das Anfang des 16. Jahrhunderts nach dem Landshuter Erbfolgekrieg neu gegründete Fürstentum Pfalz-Neuburg mit Besitzungen v.a. auf dem Gebiet der heutigen südlichen Oberpfalz und an der oberen Donau. Der kurpfälzische Anspruch auf die finanziell wichtige Herrschaft über den Rhein und seine Zölle zwischen Selz im Elsass und Bingen sowie den Neckar ab Wimpfen stieß auf den Widerstand des Erzbischofs und Kurfürsten von Mainz und des Landgrafen von Hessen.
Das Herrschaftsgebiet der Hauptlinie, die Kurpfalz, war stets um das Zentrum Heidelberg gelagert. Für dieses Gebiet bürgerte sich im 17. Jahrhundert der Ausdruck ""Unterpfalz"" (eine Gegenbildung zur Oberpfalz) ein. Wirtschaftlich bedeutend war die landwirtschaftlich geprägte Kurpfalz vor allem durch ihren Weinbau sowie durch die Flusszölle. Dabei machte zu Beginn des 17. Jahrhunderts die Stadtbevölkerung den hohen Anteil von über einem Viertel der Gesamtbevölkerung (insgesamt knapp 200.000 Einwohner) aus. Die weitaus größere Städtedichte als in der Oberen Pfalz entstand freilich durch überwiegend sehr klein Städte und einige größere Orte wie Oppenheim oder Kaiserslautern. Heidelberg mit 7.000 Einwohnern ragte hier als Zentrum deutlich heraus. Auch die pfälzischen Stadtbewohner lebten überwiegend von der Landwirtschaft sowie vom Regionalhandel und dem regionalen Gewerbe.
Text: Stephan Lippold / Peter Wolf
Literatur:
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