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Markt Tännesberg


 

Kupfertafel mit Wappen und Geschichte von Tännesberg

Zum Vergrößern bitte das Bild anklicken. Die Bilder der Wappengalerie unterliegen dem Urheberrecht.

Diese Kupfertafel hängt im Eingangsbereich des Rathauses von Tännesberg. Neben dem Marktwappen ist auf dieser Tafel die Entstehungsgeschichte des Marktes Tännesberg und einige andere interessante Auszüge aus der Geschichte des Marktes Tännesberg zu lesen. Der Text lautet wie folgt:
"TÄNNESBERG
Keimzelle Tännesbergs war mit ziemlicher Sicherheit die Burg. Erstmals urkundlich erwähnt wurde Tännesberg im Jahre 1150 im Traditionskodex des Klosters Reichenbach. Damals schenkten drei Brüder von Willhof dem Kloster einen Grundbesitz in Pischdorf. Sie übergaben ihn in die Hand des Irinfrid de Swerzinfelt (Schwarzenfeld), der ihn auf Bitten des Abtes Erchinger zur Verwaltung, zusammen mit einem Gut Weidental (einer Schenkung des Gisilbertus de Weidintal an das Kloster) einem Reginger de Tegenisperge übertrug. Als Zeuge wird in dieser Urkunde auch ein Otto de Tegeninisperge genannt. Die beiden Tännesberger waren Dienstleute des Markgrafen von Nabburg. Tännesberg war damals ein Eigengut der Diepoldinger, Markgrafen von Nabburg. Bestanden aber hat Tännesberg schon wesentlich früher. Sein Alter lässt sich allerdings nur über die Ortsnamensforschung in etwa erschließen. Wolf-Armin Freiherr von Reitzenstein leitet den Namen von dem Personennamen THEGAN (bedeutet Knecht bzw. Ritter) ab. Dafür spricht vor allem die Schreibweise in der Urkunde von 1150. Dieser Personenname würde auch auf eine relativ frühe Gründung hinweisen (spätestens im 10. Jahrhundert). Bekräftigt wird diese Vermutung durch die –dorf-Orte in unmittelbarer Nähe, deren Entestehung ebenfalls in das 10 bzw. frühe 11. Jahrhundert fällt.
Die Tännesberger – Hausministeriale der Diepoldinger – bauten um die Burg eine Rodungs¬herrschaft auf. Die Orte auf –schwand, -ried und –richt weisen noch darauf hin. Um die Mitte des 12. Jahrhunderts umfasste diese Rodungsherrschaft Tännesberg die Orte Etzgersrieth, Woppenrieth, Großen- und Kleinschwand, Lampenricht, Pilchau, Zeinried und die slawische Ansiedlung Kaufnitz.
Als die diepoldinger Markgrafen von Nabburg mit Diepold III. 1146 ausstarben, verlieh König Konrad III. die Mark seinem Schwager Graf Gebhard III. von Sulzbach. Nachdem auch dieses Geschlecht 1188 ausgestorben war, traten die mit ihm verschwägerten Grafen von Ortenburg das Erbe an, u. a. auch in Murach und Tännesberg. Die auf Waldthurn und Waldau sitzenden ortenburgischen Ministerialen von Paulsdorf kamen so auch nach Tännesberg. 1202 wird ein Heinricus de Teininsberg genannt, der sicher ein ortenburgischer Ministeriale war und 1237 ein Friedrich von Tännesberg, der personengleich mit Friedrich von Waldau und damit jedenfalls ein Paulsdorfer sein dürfte. 1276 nennt sich dann ein Konrad von Waldau nach Tännesberg und spätestens 1280 war Tännesberg Eigenbesitz der Paulsdorfer. Vier Paulsdorfer Familien wohnten in zwei Burgen, dem oberen und dem unteren Haus, auf dem Schloßberg. Die Paulsdorfer waren ein sehr bedeutendes Geschlecht und hatten jedenfalls im 14. Jahrhundert umfangreiche Besitzungen in der Oberpfalz. Ab 1394 verkauften sie ihre Tännesberger Besitzungen an Pfalzgraf Ruprecht III. Es dauerte 6 Jahre bis der Pfalzgraf die ganze Herrschaft Tännesberg erwerben konnte. Während die Paulsdorfer die Herrschaft Kürn (bei Regensburg) erwarben. Tännesberg wurde nun ein wittelsbachisches Pflegamt. In einer Urkunde von 1401 wird mit Heinrich Frickenhofer erstmals ein Pfleger und mit Asemorer ein Amtmann „zum Denelsperge“ genannt. Nach dem Tod Pfalzgraf Ruprechts (1410), der inzwischen deutscher König geworden war, erhielt 1411 Pfalzgraf Johann die Schranne Neunburg v. W. Es entstand das Teilfürstentum Pfalz-Neumarkt-Neunburg, zu dem auch die beiden Pflegämter Tännesberg und (Burg-)Treswitz gehörten.
Schon am 22. März 1412 erhob Pfalzgraf Johann Tännesberg zum Markt und verlieh im die Rechte seiner Residenzstadt Neunburg v. W. Tännesberg kann damit als einziger Markt im ehemaligen Landkreis Vohenstrauß nicht nur diese frühe Erhebung urkundlich nachweisen, sondern es wurde durch die Verleihung der Rechte der Residenzstadt auch besonders hervorgehoben. Mit der Verleihung der Marktrechte war die niedere Gerichtsbarkeit verbunden.
Am Montag, dem 31. Oktober 1440, verlieh Pfalzgraf Johann Tännesberg 3 Jahrmärkte ( den ersten auf den zweiten Sonntag nach Ostern, den Zweiten am Sankt Ulrichstag = 4. Juli, den dritten am St. Thomastag = 21. Dezember) und einen „ewigen wochen marckht“ jeden „Ergtag“ (Dienstag).
Nachfolger Pfalzgraf Johanns wurde sein Sohn Christoph, König von Dänemark, Schweden und Norwegen. Er war gezwungen, Tännesberg 1444 an Albrecht von Murach für 15 000 Gulden zu verpfänden. Der Sohn und Nachfolger des letzteren wurde 1466 unter Pfalzgraf Ott der Homosexualität beschuldigt und gefangen genommen. Der Muracher legte ein Geständnis ab. Um mit dem Leben davon zu kommen, musste er Tännesberg zurückgeben und auf die Pfandsumme verzichten.
1570 bewilligte Pfalzgraf Ludwig zur Erbauung einer Mauer um den Markt einen Zuschuss von 210 Gulden, auszahlbar in 6 Jahresraten zu je 35 Gulden. Bürgermeister und Rat verpflichteten sich diese Mauer innerhalb der vorgegebenen Zeit zu errichten. Die Mauer und die beiden Burgen auf dem Schloßberg sind noch heute auf dem Altarblatt des linken Seitenaltars in der Jodokkirche zu sehen.
Auch schwere Schicksalsschläge musste der Markt durchstehen. Die Kriegsschäden im Dreißigjährigen Krieg waren enorm. Als der Markt 1663 – 15 Jahre nach Kriegsende – Kurfürst Ferdinand Maria um Bestätigung seiner Marktsprivilegien bat, begründete er seine Bitte u. a. damit, daß sei die Bevölkerung durch tägliche Einquartierungen in arge Armut geraten. Die Einwohner hätten sich wie die wilden Tiere im Wald aufgehalten. Dann hätte die Pest im Jahre 1634 viel Schrecken, Elend und Jammer gebracht. Zeitweise wären im Markt nicht mehr als fünf Paar Eheleute gewesen. Dazu seien im Jahre 1639 mehr als 40 Häuser und 33 Städl abgebrannt. Die Marktsmauern seien aus Mangel an Baugeldern zugrunde gegangen. 1642 sei beim Durchmarsch der Truppen Piccolominis durch schwere Einquartierungen und eine erneute große Feuersbrunst großer Schaden entstanden. Der Kirchturm sei eingefallen und das Rathaus baufällig. Dazu seien die Einnahmen aus dem Brauwesen stark zurückgegangen.
1726 brach in der Baderwohnung Feuer aus. Alle Gebäude innerhalb der Ringmauern wurden ein Raub der Flammen. Auch Kirche, Pfarrhof und Rathaus mit den Archiven wurden vernichtet. Zehn Menschen kamen in den Flammen um. Die Steuerrechnung von 1743 weist immer noch viele Brandstätten aus. In einem Schreiben des Marktes an den Kurfürsten werden weitere große Brandkatastrophen für die Jahre 1664, 1765 und 1771 genannt. 1765 war das Feuer im „Gasthof zur Sonne“ ausgebrochen. 1826 setzte ein Blitzschlag den Markt in Brand. 68 Wohnhäuser, 95 Nebengebäude, Kirche, Rathaus und Schulhaus, 3 Torturmhäuser und die Fleischbänke brannten nieder. In der Nacht vom 3. auf 4. August 1839 brannte der Markt erneut völlig ab. Die Grundstücke wurden nun neu ausgerichtet und die Brandleider 1840 in die Bauplätze eingewiesen.
Von all den genannten und weiteren nicht erwähnten Schicksalsschlägen hat sich der Mark wieder erholt. Heute ist der Tännesberg als staatlich anerkannter Erholungsort ein beliebtes Urlaubsziel."

 

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DATEN KOMPAKT
Bezirk  Oberpfalz
Landkreis  Neustadt a.d.Waldnaab
Fläche  46.57 qkm
Einwohner  1553
Ew/qkm  33
Breite  49.5333 Nördliche Breite
Länge  12.3333 Östliche Länge
GKZiffer  9374159
PLZ  92723
Region  Region 6 Oberpfalz-Nord
KFZ-Kennz.  NEW
Internet  Markt Tännesberg
E-Mail  Markt Tännesberg
 
Pfreimder Str. 1 92723 Tännesberg (Hausanschrift)
Pfreimder Str. 1 92723 Tännesberg (Postanschrift)
Telefon +49 (0)9655 9200-0
Fax +49 (0)9655 9200-45



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