Burgen
in Bayern

Burgschloss Irmelshausen Höchheim-Irmelshausen

Gegen Mitte des 11. Jahrhunderts nannte sich der Henneberger Popo II. erstmals nach Irmelshausen. 1208 kam Irmelshausen durch Heirat an Graf Eberhard von Württemberg, der es umgehend an das Hochstift Würzburg veräußerte. 1376 verkaufte Bischof Gerhard die Veste für 480 Gulden an Berthold von Bibra, der bereits 1358 dort ein Burglehen innehielt. Als das Hochstift 1481 unter anderem Irmelshausen zurückkaufen wollte, kam es zu einem Streit mit den Bibra, der im Jahr 1500 mit einem Vergleich endete. Dabei werden die ganze Veste und Burgk mit irem begrieffe, greben, zwingern, mewern und anderem erwähnt. Fortan blieb Irmelshausen vertraglich als hochstiftisches Lehen bei Valentin von Bibra bzw. den Freiherren von Bibra, die es noch heute besitzen. Irmelshausen wurde im Dreißigjährigen Krieg wiederholt beschädigt. Zwei Familien bewohnen heute das Burgschloss, das gegen Anmeldung besichtigt werden kann. Sehenswert sind etliche Grabplatten der Familie Bibra in der 1471 bis 1518 errichteten Pfarrkirche St. Jakob in Höchheim.

Text: Joachim Zeune

Koordinaten: 10.468978, 50.362584

Baugeschichte

Schon von außen sind an Irmelshausen unschwer zahlreiche Bauphasen abzulesen, deren Interpretation in Ermanglung moderner Burgenforschung jedoch auf der veralteten Bauanalyse von 1915 beruht. Demzufolge sollen ungeachtet der frühen Beurkundungen die ältesten sichtbaren Bauteile erst dem 15. Jahrhundert angehören. Baudatiert ist der Torbau durch die Inschrift valentin von bibra ritter 1514. Dieses Baudatum trägt auch der nordwestliche Gebäudetrakt. Verzahnt mit dieser Bauphase ist das kräftige, torflankierende Rondell am Nordosteck. Die gegenüberliegende Burghälfte, die den Nordost-, Südost- und Südwesttrakt sowie den heute dominanten Rundturm am Südeck umfasst, wurde von 1556 bis 1561 von Hans von Bibra errichtet („Hansenbau“). 1699 brach man die Freitreppe am Nordwestflügel ab und ersetzte sie durch ein inneres Treppenhaus; weiterhin wich damals die Zugbrücke einer festen Steinbrücke. Im 18. Jahrhundert wurden die beiden östlichen runden Ecktürme der weitläufigen, wohl den 1560er-Jahren zugehörigen Zwingerbefestigung abgebrochen, 1808 folgten die Fachwerkaufbauten der beiden torflankierenden Türme. 1854 wurde der Fachwerkaufbau der Frontseite komplett erneuert. Die moderne Wohnnutzung hat den Bestand äußerlich kaum verändert.

Text: Joachim Zeune

Baubestand

Das malerisch auf einer großflächigen Insel der Milz gelegene Burgschloss wird zurecht als eine der stimmungsvollsten Wasserburgen Deutschlands gerühmt. Der Zugang erfolgt von Osten über die Vorburg und einen Arm der Milz zu einem Torvorwerk mit einer großräumig umlaufender Zwingerbefestigung, die noch drei runde Ecktürme mit Fachwerkaufbau aufweist. Die durch einen breiten Wassergraben gesicherte Kernburg zeigt einen fünfeckigen Grundriss mit einer durchgängigen Randbebauung, wobei die Außenmauer auf einem Pfahlrost stehen soll. Frontseitig öffnet sich das Hauptportal zwischen zwei unterschiedlich großen Tortümen. Pittoresk ist das teilweise erneuerte, mit zahlreichen Erkern versehene Fachwerk auf dem älteren Burgteil der Westhälfte. Dominiert wird das Burgschloss von einem bergfriedartigen Rundturm am Südeck. Das Burginnere ist aufgrund seiner privaten Nutzung weitgehend unzugänglich.

Text: Joachim Zeune

Touristen Information

Das von zwei Familien der Bibra bewohnte Wasserschloss ist nicht frei zugänglich Gegen Voranmeldung sind Führungen durch das Gebäude möglich.

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