Burgen
in Bayern

Burgruine Rothenfels Immenstadt im Allgäu

Rothenfels war eine in der ersten Hälfte des 13. Jahrhunderts durch die Herren von Schellenberg erbaute Doppelburg. 1332 erwarb das mächtige Grafengeschlecht von Montfort-Tettnang die Burg, die 1354 als Rotenvels diu burgh direkt urkundlich erscheint. Um 1440 kam Graf Hugo XIII. von Montfort in den alleinigen Besitz der Herrschaft, die ab diesem Zeitpunkt Montfort-Rothenfels genannt und 1471 zur Reichsgrafschaft erhoben wurde. Hugo verpasste damals auch dem höher gelegenen Burgteil seinen Namen: Hugofels. 1462 brannte die Burg nieder, wurde aber durch Graf Hugo umgehend instand gesetzt. Im Bauernkrieg 1525 belagerten aufständische Bauern erfolglos die Burg. 1546 wurde sie von schmalkaldischen Truppen besetzt. 1567 erwarben die Grafen von Königsegg die Herrschaft: Da sie vornehmlich in der Stadt residierten, setzte auf Rothenfels allmählich der Verfall ein. 1801 wurden Dächer zur Ziegelgewinnung abgetragen. 1804 ging Rothenfels an Kaiser Franz II. von Österreich, 1806 an Bayern. Zehn Jahre später erfolgte ein Großabbruch der Burgruine. Im Jahr 1875 erwarb die Stadt Immenstadt die Burgreste, die sich seitdem infolge Felserosion, Durchwurzelung und Verwitterung mehr und mehr reduzieren.

Text: Joachim Zeune

Wikipedia: zum Eintrag
Koordinaten: 10.205278, 47.568889

Baugeschichte

Aufgrund der wenigen Überreste ist die Baugeschichte von Rothenfels nicht exakt zu klären. Die Doppelburg entstand in der ersten Hälfte des 13. Jahrhunderts vermutlich als eine kleine Ringmauerburg mit quadratischem Bergfried und einem südwärts oder westwärts orientierten Palas. Unmittelbar nach 1440 baute Graf Hugo XIII. von Montfort beide Burgen aus, die 1462 nach einer Brandkatastrophe von ihm erneut instand gesetzt werden mussten. Die dichte Randbebauung der Burg entstand zweifelsohne erst damals. 1560 erhob sich die Burg noch intakt, geriet aber bald darauf in Verfall. Abbruchmaßnahmen erfolgten 1801 und 1816/18.

Text: Joachim Zeune

Baubestand

Burg Rothenfels besetzt einen nach drei Seiten steil abfallenden Geländesporn am westlichen Ende eines schmalen Höhenrückens 130 Meter über dem Alpsee (853 m ü NN). Allein wegen des großartigen Ausblicks lohnt ein Besuch der Burg, von der sich allerdings nur spärliche Mauerreste erhalten haben. Zahlreiche historische Ansichten ermöglichen dennoch eine Rekonstruktion der Burganlage: Das Burgareal wurde nach Norden durch ein gut bewehrtes Tor betreten, hinter dem sich zwischen beiden Burgen anstelle des heutigen Fohlenhofs bzw. Gutshofs eine Vorburg erstreckte. Ein breiter Felsgrat ermöglichte einen leicht zu sichernden Zugang zur Hauptburg, den zudem der vorgelagerte quadratische Bergfried von 8,60 Metern Seitenlänge überblickte. Die ca. 65 x 40 Meter große Hauptburg bildete einst ein komplett umbautes Längsrechteck mit Schmalseiten nach Westen und Osten, wobei das Gebäude an der Ostseite das Burgtor enthielt. Diese Seite wurde nachträglich schildmauerartig auf 3,20 Meter Dicke verstärkt. Der Südflügel besaß zwei kleine halbrunde Turmanbauten. Unklar ist die Position der den Hl. Drei Königen geweihten Burgkapelle.

Text: Joachim Zeune

Touristen Information

Die Burgruine ist jederzeit frei zugänglich. Informationen zum Zugang finden Sie hier.

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