Burgen
in Bayern

Burgruine Rampsau Regenstauf-Ramspau

In den 1230er-Jahren wird Ranspver als abgabepflichtiger Hof im Wittelsbacher Herzogsurbar genannt, allerdings ohne Burg. 1312 erscheint dann Weichser von Ranspaur unter anderen regionalen Burgherren. Die Weichser hielten Ramspau offenbar bis in das 15. Jahrhundert und bekleideten dabei einige wichtige Ämter als herzogliche Pfleger von Kelheim oder als Pfleger von Falkenstein. Die Ersterwähnung der Burg Ramspau als castrum Ranspawren unter der Oberheit der Wittelsbacher Herzöge erfolgt 1425 in der Chronik des Andreas von Regensburg. Danach fiel die Burg an verschiedene Besitzer wie die Rindsmaul, Kuttennauer, Münch, von Horneck und 1692 von Reisach.. Der kontinuierliche bauliche Niedergang der Burg führte 1706 zur Errichtung des neuen Schlosses Ramspau durch die Familie von Reisach.

Text: Joachim Zeune

Wikipedia: zum Eintrag
Koordinaten: 12.137362, 49.154706

Baugeschichte

Die sehr späte Erstnennung vermag die Burg Ramspau, zu der bauhistorische Nachrichten gänzlich fehlen, nicht zu datieren. Den Archivalien zufolge kann sie nicht vor 1230 entstanden sein kann. Auch ihr Untergang ist nicht bekannt. Auf Blatt 6 der Bairischen Landtafeln von Philipp Apian, die 1568 in Ingolstadt gedruckt wurden, ist die offenbar kleine Burg noch intakt dargestellt mit Turm, Palas und Ringmauer. 1706 wiederum war sie so ruinös, dass man sich zu einem Neubau an anderer Stelle entschloss. Da auch eine aktuelle burgenkundliche Untersuchung aussteht, bleibt nur die ungewöhnliche Grundrissform des fünfseitig zugespitzten Bergfrieds zu datieren. Sie gehört in das dritte Viertel des 13. Jahrhunderts, kann aber auch bis in die Jahre um 1300 reichen. In die zweite Hälfte des 13. Jahrhunderts gehört auch das Bruchsteinmauerwerk.

Text: Joachim Zeune

Baubestand

Die Burgruine liegt etwa 80 Meter über dem Regental auf einem terrassenartigen Ausläufer, der nach Westen rasch von ansteigendem Gelände überblickt wird. Der etwa 12 x 30 Meter große, langovale Felssporn zeigt noch schwache Spuren einer Ummauerung. Mehrere Meter hoch ist dagegen noch der Bergfried erhalten, der offensiv an der Westspitze des Burgfelsens aufragt und damit der Gefahrenseite eine scharfe Spitze zuwendet. Sein Grundriss ist ungewöhnlich, denn er besteht aus einem Fünfeck, das sich kontinuierlich nach Westen zuspitzt. Die Längsseite nach Osten, wo sich noch der alte Hocheingang ausmachen lässt, misst 6,7 Meter, die Schrägseiten variieren zwischen 3,4 und 4,3 Meter. Die Mauerstärke beträgt gleichmäßig 1,5 Meter. Nach Westen ist dem Burgareal auch ein schmaler Halsgraben vorgelagert.
Am östlichen, geringfügig niedrigeren Ende des Burgplatzes haben sich zwei Kellergewölbe erhalten, die auf den Palas und/oder einen kleinen Wirtschaftsbau verweisen. Weitere tiefer gelegene Mauerreste könnten von der Vorburg oder einem Zwinger stammen.

Text: Joachim Zeune

Touristen Information

Zur Ruine führt von Regenstauf aus, ca. 50 m vor der südlichen Ortseinfahrt, ein allerdings schwer zu findender Wanderweg. Nähere Details finden Sie hier. Ramspau ist Teil des „Regensburger Burgensteigs“.

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