Bereits 1156 ist die Burg indirekt mit Gerhard und Hermann von Velburg, die vermutlich mit den Grafen von Sulzbach und Hohenburg verwandt waren, fassbar. 1188 erbte das österreichische Grafengeschlecht von Clamm die Burg, die mit dem Aussterben dieser Adelsfamilie an die Wittelsbacher fiel und fortan mit Pflegern besetzt wurde. 1360 verpfändeten die Markgrafen Ludwig und Otto von Brandenburg die Burg an Pfalzgraf Ruprecht I., wonach Velburg mehrfach verpfändet wurde. Im Zuge des Landshuter Erbfolgekriegs kam Velburg 1505 an Pfalz-Neuburg , das Burg und Herrschaft 1507 dem Ritter Jörg Wiesbeck schenkte. Dessen sehenswerte Grabplatte (1518) hat sich in der Pfarrkirche erhalten. Mit dem Aussterben der Wiesbeck fiel Velburg 1574 an die Wittelsbacher zurück. Um 1650 ließ der damalige Pfleger aus Profitgier die Dächer der im Dreißigjährigen Krieg 1633 von den Schweden nur leicht beschädigten Burg entfernen und sorgte dadurch für deren endgültigen Untergang der Burg, dem auch die Burgkapelle St. Pankraz zum Opfer fiel. Die Burgmauern wurden Ende des 18. Jahrhunderts für etliche Neubauten im Ort gebrochen. Heute befindet sich die Burgruine in Gemeindebesitz.
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Koordinaten: 11.677689, 49.234281
Baugeschichte
Bauhistorische Aussagen sind in Ermangelung fachkundig-kompetenter
Begutachtungen nur bedingt und schwer zu treffen. Angeblich gründete die Burg
Graf Otto von Velburg, der 1189 Kaiser Friedrich I. auf dessen Kreuzzug
begleitete. Die Kleinquader unterschiedlicher Schichthöhen an der Ringmauer
lassen aber auch eine Erbauung schon im frühen 12. Jahrhundert zu. Ob dies den
Bergfried beinhaltet, muss dahingestellt bleiben: Das kleinteilige Mauerwerk mit
einer noch nicht stringent mit Läufern und Bindern ausgebildeten Eckquaderung
ließe eine derart frühe Datierung durchaus zu. Gut ablesbar ist, dass der
Sockelbereich der Südseite sekundär erneuert wurde.
1450 wurde die Burg nach einem Großbrand wiederhergestellt, doch ist der Umfang
dieser Bauarbeiten unbekannt. Einer historischen Ansicht um 1550 zufolge könnten
damals der turmbewehrte Zwinger, der Prunkerker am Wohnbau und der
erkerverzierte Fachwerkaufbau des Bergfrieds entstanden sein. Eine Ansicht aus
dem 17. Jahrhundert lässt eine barocke Umgestaltung erkennen, in deren Zuge
unter anderem der Bergfried eine Zwiebelhaube erhielt.
Der bauliche Niedergang setzte mit der Zerstörung 1633 und dem Abbruch der
Dächer um 1650 ein, um schließlich in den Abbrucharbeiten ab 1790 zu enden.
In den 1980er-Jahren erfolgte eine Sanierung der Burgreste durch engagierte
Bürger.
Baubestand
Als Bauplatz diente der Burg ein steiler Berg (622m ü NN) östlich des Ortes.
Der Zugang erfolgte vom sich nördlich fortsetzenden Bergrücken über einen
Halsgraben. Die Burg besaß einen grob dreieckigen Grundriss mit einer 45 m
breiten Frontseite nach Norden und der Spitze nach Süden. Vom ehemaligen
Haupttor in der Nordwand zeugt noch der Riegelbalkenkanal. Mauerbündig ragte
neben dem Tor der quadratische Bergfried (8 x 8 m) auf, dessen Hocheingang sich
in 8 m Höhe zum Burghof hin öffnete. Der stark sanierte, noch bis zu 8 m hohe
Turmstumpf zeigt keine datierbaren Details mehr, sein ebenerdiger Zugang durch
die Ostseite ist modernen Ursprungs.
Ein zweites Tor in der Westseite dürfte erst sekundär eingebaut worden sein, um
eine bequemere Zuwegung zur Stadt zu schaffen. Der einst sehr eindrucksvolle und
den historischen Abbildungen zufolge mehrphasige Palas erhob sich zur Stadt hin
am geschützten Südende, ist aber nur aber nur anhand schwacher Mauerspuren
nachweisbar.
Touristen Information
Vom Parkplatz am Fuß des Burgbergs (Google: 49.012963,10.675621) führt ein Fußweg weiter zur Burgruine, die frei zugänglich ist. Vom Turm aus schweift der Blick weit ins Land hinein.