Die Burg Treffelstein wird erstmals 1290 indirekt mit einem Heinrich von Treuenstein, bei dem es sich wohl um einen Ministerialen der Wittelsbacher handelt, und direkt 1331 als Treffenstain erwähnt. Damals kam die Burg mit der Herrschaft Schwarzenburg-Waldmünchen an Herzog Heinrich XV. von Niederbayern. 1366 befand sich Treffelstein im Besitz von Landgraf Johann I. von Leuchtenberg. Dieser überschrieb Treffelstein 1403 an Konrad Paulsdorfer zum Siegenstein, mit dem ein rascher Eigentümer- und Besitzerwechsel einsetzte. 1509 erwarben die Pfälzer Kurfürsten aus dem Haus Wittelsbach die Herrschaft und verpfändeten sie an Hans Fuchs zum Schneeberg. Von diesem kam Trefelstein über die Murach an die Perlaching, Stauding, Grafen von Törring und von Satzenhofen (1687), dann an Baron Albrecht von Guggenmoß, Johann Nepomuk von Reisach auf Tiefenbach (1759), Baron Wilhelm von Weinbach (1806). 1832 zwangsversteigert, setzte eine Mindernutzung ein, wobei der Bergfried schon 1812 an einen Taglöhner verkauft und als Wohnung ausgebaut worden war. Der Turm befindet sich in Privatbesitz.
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Koordinaten: 12.616780, 49.422620
Baugeschichte
Die Baugeschichte wurde bislang nur oberflächlich abgeklärt. Behauptet wird aufgrund des Bergfrieds eine frühe Burggründung im 11. Jahrhundert. Doch muss man analog zu anderen Burgen mit runden Bergfrieden aus Bruchstein für den Turm vielmehr eine Datierung in die Jahre um 1300 in Betracht ziehen. Weiterführende Aussagen zur Burganlage sind kaum möglich. 1540 sollte der damalige Pfandnehmer Hans Fuchs zum Schneeberg nicht mehr als 200 Gulden in die Burg verbauen, die 1643 von den Schweden niedergebrannt und nach 1687 durch Wolf Faul von Satzenhofen instandgesetzt wurde. Kurz danach, 1695, brannte sie nieder und diente fortan als Steinbruch. Die Burg wurde durch einen Schlossneubau im Dorf ersetzt. Der Bergfried erfuhr nach 1812 infolge privater Wohnnutzung eine starke Überformung.
Baubestand
Die kleine Burgruine, von der sich als einziger baulicher Überrest der
Bergfried erhalten hat, erhebt sich von einem rundum steil abfallenden
Gneisfelsen (523 m ü NN), der heute weitgehend neuzeitlich überbaut ist. Der
runde, noch immer fast 16 m hohe Bergfried aus Bruchstein besitzt einen
Außendurchmesser von nur 6,5 m bei einer Mauerstärke von 2,5 m. Damit verbleibt
im Turminneren ein röhrenartiger Schacht von 1,5 m Durchmesser. Der spitzbogige
Hocheingang öffnet sich in der geschützten Südseite.
Das Wohngebäude stand auf einer südlich vorgelagerten Terrassierung, die wohl
auch die alte Burgkapelle Hl. Drei Könige trug.
Touristen Information
Der mitten im Ort gelegene Turm, auch Drachenturm genannt, befindet sich in Privatbesitz und kann von außen besichtigt werden. Den Schlüssel für den Turm erhält man gegen ein kleines Entgelt im Haus Nr. 11, Drachenturmstraße.