Das bereits 1281 mit Uto von Tannstein erwähnte Ministerialengeschlecht soll zu Beginn des 14. Jahrhunderts seinen Sitz von der 2 km entfernten ehemaligen Burg Altenthannstein (heute Burgstall) hierher verlagert haben. 1353 gelangte Thanstein in den Besitz der Zenger, von denen Burg und Herrschaft 1548 durch Heirat an die Herren von Ebleben kamen. Nach der Zerstörung durch die Schweden 1633 entstand am Fuß des Burgbergs ein neues Schloss. Die Burg selbst wurde in Teilen instandgesetzt, brannte aber 1811 nieder und diente fortan als Steinbruch. Der erhalten gebliebene Bergfried erfuhr 1887 eine Sanierung.
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Koordinaten: 12.472222, 49.381944
Baugeschichte
Die Baugeschichte ist bislang nicht umfassend geklärt. Man vermutet eine
Burggründung entweder im frühen 14. Jahrhundert oder nach 1353 durch die neuen
Burgherren aus dem Geschlecht der Zenger. Die regelmäßige Konzeption der Burg
und der runde Bergfried aus Bruchsteinen mit seinem geschrägten Sockel verweisen
deutlich auf eine späte Burggründung mit Tendenz Mitte des 14. Jahrhunderts.
Die Burg wurde 1390 während einer Fehde eingenommen, blieb aber offenbar
unbeschädigt. Dagegen erforderten die Zerstörungen 1425 durch die Hussiten und
1633 durch die Schweden sicherlich umfassende Instandsetzungsarbeiten. Im
Nachgang zu einer dieser Belagerungen musste wohl auch die Westseite des Turms
ausgebessert werden.
Baubestand
Die kleine Burgruine belegt den östlichen Ausläufer eines schmalen, niedrigen
Bergrückens (565 m ü NN) aus Granitgestein und wird durch einen Halsgraben von
der angrenzenden Vorburg und dem gleichnamigen Dorf getrennt. Während die
Vorburg neuzeitlich überbaut wurde, lässt sich die Struktur der Hauptburg noch
immer gut ablesen. Trotz ihrer Lage auf einer Felskuppe schuf man eine streng
rechteckige Kernburg von 28 x 23 m, die ihre westliche Schmalseite samt
zentralem Tor und benachbartem Torwächterhäuschen dem Dorf zuwandte.
Erstaunlicherweise fehlt dieser gefährdeten Seite eine Schildmauer bzw.
verstärkte Frontmauer.
Beherrschendes Bauelement ist der frontseitig platzierte, noch immer 16,5 m hohe
Rundturm aus Bruchsteinen, der bei einem Außendurchmesser von 8 m eine
Mauerstärke von 2,5 m aufweist. Damit verbleibt in seinem Inneren lediglich ein
schachtartiger Raum von 3 m Durchmesser. Der später erneuerte Hocheingang öffnet
sich in 5 m Höhe in der dorfabgewandten Ostseite.
Östlich des Turms hat sich noch ein teilweise aus dem Fels gehauener kleiner
Gewölbekeller erhalten.