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Koordinaten: 11.647917, 49.599722
Baugeschichte
Archäologische Funde verweisen auf eine Burggründung im 11./12. Jahrhundert,
als auf einem isolierten Fels, dem „Vorderen Breitenstein“, die Burg
Altbreitenstein entstand. Von deren Burgbauten haben sich keine datierbaren
Reste erhalten. Vermutlich wurde sie um 1430/40 durch die Hussiten zerstört,
1499 war sie jedenfalls stark ruinös.
Um 1200 entstand auf dem Nachbarfels die Burg „Hinterbreitenstein“ bzw.
„Neuenbreitenstein“. Ihr sehr gut erhaltener Torbau mit einer Kapelle im
Obergeschoss datiert in diese Zeit. 1403 sind Reparaturarbeiten überliefert. Ein
wohl kurz danach aufgesetztes Wehrgeschoss wurde 1756 wegen Baufälligkeit
abgetragen. Abbrucharbeiten reduzierten den Baubestand der Burg im Zeitraum vom
17. bis zum 19. Jahrhundert, sodass nur noch die Torkapelle stand. Diese wurde
zuerst 1713, dann 1756 und schließlich 1974 durch die Diözese Eichstätt saniert
und renoviert. 1990 stabilisierte man Futtermauern aus Trockenstein.
Baubestand
Auf dem Gipfel des 612 m über Meereshöhe aufragenden Breitenstein stehen
weithin sichtbar die beiden Felsen der ehemaligen Burgen Vorder- und
Hinterbreitenstein. Von ihren Bauten verblieben nur wenige Reste. Sehr gut
erhalten ist lediglich die Torkapelle auf Hinterbreitenstein bzw.
Neubreitenstein. Sie besteht aus einem länglichen Baukörper aus gut
geschichtetem Quadermauerwerk mit breit gerundetem Abschluss nach Osten. Das
Erdgeschoss wird von einer tonnengewölbten Passage gequert, deren rundbogiges
Außenportal mit seinen Pfeilern und Kapitellen sehr aufwendig gearbeitet ist.
Über einen separaten Hocheingang erreichte man den Kapellenraum im Obergeschoss,
der dem Hl. Johannes Nepomuk und der der Hl. Dreifaltigkeit geweiht war. 1713
veränderte man den Apsisbereich, indem man unter anderem das Apsisgewölbe durch
eine Flachdecke ersetzte und den Chorbogen erhöhte.
Diese Torkapelle wird in der Literatur immer wieder als „Doppelkapelle“
(zweigeschossige Kapelle) beschrieben – was aber längst widerlegt ist (s.
Mathias Conrad: Die Burgkapelle auf dem Breitenstein. In: ARX 2-2006, S. 20-24).
Touristen Information
Der Burgplatz ist frei zugänglich. Die Kapelle kann jederzeit besichtigt
werden; der Schlüssel ist im Haus rechts am Beginn des Aufstiegs zur Kapelle
erhältlich. Eintritt frei, Spenden für die Instandhaltung der Kapelle erbeten.
Einkehrmöglichkeit in Breitenstein bietet die Kapellenschänke; geöffnet Mo-Sa ab
13 Uhr, Sonn- und Feiertage ab 10 Uhr. Anmeldung erbeten unter Tel. 09665
954813. Informationen, Speisekarte und mehr unter:
http://www.kapellenschaenke-breitenstein.de/Willkommen.htm