Burgen
in Bayern

Burgruine Zabelstein Michelau im Steigerwald-Hundelshausen

Die Herren von Zabelstein erscheinen erstmals 1136 mit den Brüdern Adelhalm und Iring, die in Diensten des Bistums Würzburg standen. Ihre größte Machtentfaltung erreichten die Zabelsteiner wohl um 1245 unter Wolfram III., der unter anderem die Vogteirechte über das Kloster Theres innehielt. 1303 erwarb der Würzburger Bischof Mangold Zabelstein, das daraufhin zu einer der stärksten Burgen des Bistums ausgebaut wurde. 1525 im Bauernkrieg ohne Gegenwehr zerstört, ließ Fürstbischof Julius Echter ab 1586 die Burg aufwändig instandsetzen. 1687 lebte nur noch der Forstmeister auf der Burg, die 1689 durch einen Großbrand zerstört wurde und fortan den Anwohnern als bequemer Steinbruch diente. 1999 entstand der heutige hölzerne Aussichtsturm, 2008 das vom Steigerwaldklub betriebene Lingmannhaus. Seit 2013 saniert der Eigentümer, die Bayerischen Staatsforsten, die marode Burgruine. Das beliebte Ausflugsziel lockt mit einer großartigen Aussicht und einem Getränkekiosk in der Vorburg.

Text: Joachim Zeune

Wikipedia: zum Eintrag
Koordinaten: 10.446632, 49.947901

Baugeschichte

Die Burg wird im Zuge der Sanierung derzeit auch bauhistorisch-burgenkundlich untersucht. Von der Gründungsburg des frühen 12. Jahrhunderts haben sich nur Ringmauerfragmente erhalten. Für 1410 sind Bauarbeiten an der Brücke, am Burgtor und am Zwinger überliefert. 1430/40 bewehrte man die Frontseite durch einen Zwinger mit Halbrundtürmen. Ab 1586 ließ Fürstbischof Echter die Frontseite erneuern und durch eine winzige Spitzbastion verstärken. Interessante Details liefert eine Beschreibung der Burg aus dem Jahr 1650, die mehrere „Torhäuslein“, Wohnhaus, Weinkeller, Kapelle, Backstube, Neubau mit Kommandantenhaus, Scheunen, Wagenhalle und einen 80 Meter tiefen Ziehbrunnen erwähnt. Die Wasserversorgung wurde ergänzt durch die obligate Zisterne sowie den Eselsbrunnen. Von 1973 bis 1981 führte man wenig geglückte Sicherungsarbeiten an den maroden Mauern durch, die im Zuge der Sanierung ab 2013 zurückgebaut werden.

Text: Joachim Zeune

Baubestand

Die Burg belegt einen langgestreckten Sporn am Rand eines 489m ü. NN aufragenden Berges mit Achse West-Ost. Nach Osten war der Hauptburg eine etwas größere Vorburg ebenerdig vorgelagert, von der nur noch wenige Mauerfragmente zeugen. Eindrucksvoll ist die Frontseite der Hauptburg mit dem mächtigem Halsgraben und der Schildmauer des frühen 15. Jahrhunderts mit ihren beiden durch Fürstbischof Echter in reduzierter Größe wieder erstellten Ecktürmen. Weiterhin verblieb an der Südseite ein Wandstück des Palas mit großem, zweiphasigen Gewölbekeller.

Text: Joachim Zeune

Touristen Information

Die frei zugängliche Ruine ist nur zu Fuß zu erreichen: entweder vom Parkplatz Zabelstein an der Steigerwald-Höhenstraße von Hundelshausen nach Fabrikschleichach links abbiegen oder über den Weiler Neuhof den steileren Forstweg bergwärts. Im Sommer ist der Ausschank Zabelstein beliebt. Ein 19 Meter hoher Aussichtsturm bietet eine prächtige Fernsicht auf das Steigerwaldvorland und bis in das Maintal, die Haßberge und in die Rhön.

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