Burgen
in Bayern

Burg, Schloss Unsleben Unsleben

Um 1160 erscheint Helwicus de Usleybe urkundlich als Ministeriale des Bistums Würzburg. Mit dem Aussterben dieser Familie wohl Mitte des 14. Jahrhunderts kam Unsleben durch Erbgang an die Truchsesse von Wetzhausen. 1525 im Bauernkrieg brannte der berüchtigte Bilderhäuser Bauernhaufen die Burg nieder. Durch Heirat ging Unsleben 1571 an Wilhelm von Spesshardt, Amtmann zu Meiningen und Massfeld. 1727 mussten die Freiherren von Spesshardt Unsleben an den Freiherrn von Gebsattel verkaufen, der es 1741 an Cornelius Freiherrn von Habermann, würzburgischer Hofkanzler, Reichsrat und Hofpfalzgraf, weiterveräußerte. Durch Heirat kam Unsleben 1960 an Maximilian Graf zu Waldburg-Wolfegg, dessen Familie die historischen Bauten wiederholt aufwändig sanierte und das Schloss noch immer hält. 1996 erhielten Schloss und Eigentümer den Denkmalpreis der Hypo-Kulturstiftung. Das Wasserschloss ist aufgrund seiner privaten Wohnnutzung nicht öffentlich zugänglich. Allerdings sind Räume als Ferienwohnungen anzumieten, während die Vorburg mit einer Gaststätte aufwartet.

Text: Joachim Zeune

Koordinaten: 10.259508, 50.378977

Baugeschichte

Die ältere Baugeschichte der Wasserburg ist schlecht erforscht und nur in groben Grundzügen bekannt. Ob die komplex gewachsene Bausubstanz noch in das 12. Jahrhundert zurückreicht, könnte nur eine kompetente Burgenforschung abklären. Zu Unsleben findet man widersprüchliche Daten in der Literatur. Unmittelbar nach der Brandschatzung 1525 kam es zu einer Instandsetzung, als der Nordflügel seinen Fachwerkaufbau erhielt. Im Jahr 1560 entstand das Fachwerk des Ostflügels, zwei Jahre später nahm man Umbaumaßnahmen im Burginneren vor. 1613 entstanden der Zwinger mit seinen Flankierungstürmen, die Kapelle und eine Erneuerung des Westflügels. Cornelius Freiherr von Habermann überformte 1749 den Westflügel im barocken Stil und ersetzte die Zugbrücke durch eine feste Steinbrücke. 1848 wurden neue Hofgebäude erstellt, um 1900 die Fachwerke restauriert und der Ostflügel innen umgestaltet. Weitere Sanierungen erfolgen seit 1977 und dauern an (zuletzt 2008).

Text: Joachim Zeune

Baubestand

Wie Irmelshausen zählt Unsleben zu den besterhaltenen fränkischen Wasserschlössern. Der noch immer sehr burghaft anmutende Bau steht inmitten eines breiten ummauerten Wassergrabens und wird von Süden über seine Vorburg und eine steinerne Bogenbrücke des 18. Jahrhunderts erreicht. Die dreiflügelige Hauptburg steht inmitten eines kastellartig mit Schalentürmen bewehrten Zwingers, dessen Südosteck mit der Kapelle überbaut ist. Die komplex gewachsenen Hauptbauten zeigen etliche Bauphasen, wobei gemeinhin der Nordflügel als ältester Baukörper gilt. Der einspringende Winkel zwischen Nord- und Ostflügel nimmt ein Treppentürmchen auf. Die Bausubstanz hier zeigt spätgotische und renaissancezeitliche Bauformen. Malerisch sind die vielen Fachwerkaufbauten, die das heutige Erscheinungsbild maßgeblich prägen. Der Westflügel präsentiert sich als barocker Baukörper. Im Inneren des Ostflügels haben sich aus der Bauzeit 1562 ein schöner renaissancezeitlicher getäfelter Saal und weitere Zimmer erhalten. Der Nordflügel beherbergt die Küche.

Text: Joachim Zeune

Touristen Information

Das von der Eigentümerfamilie Waldburg-Wolfegg bewohnte Wasserschloss bietet zahlreiche Räume für Veranstaltungen in besonderem Ambiente an, außerdem Ferienwohnungen.

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