Burgen
in Bayern

Burgruine Königsberg Königsberg in Bayern

Die Frühgeschichte der Burg lässt sich noch nicht recht fassen, vermutet wird aufgrund des Burgnamens eine Gründung unter Kaiser Friedrich I. um 1170. Die Burg tritt allerdings erst 1249 als castrum Kunegesperch in Erscheinung, als das Hochstift Bamberg sie Graf Hermann von Henneberg als Pfand übergab. Im Jahr 1400 ging die immer noch nicht ausgelöste Herrschaft durch Heirat an die Wettiner und somit an die diversen späteren sächsischen Herzogtümer. 1640 konnten die Preußen die fünf Jahre zuvor durch Blitzschlag beschädigte Burg (Bergfried!) ohne große Gegenwehr plündern. Ab 1764 nutzten Anwohner und Stadt Burg und Stadtmauer als bequemen Steinbruch. Erst der Bürgermeister Franz Ronge konnte den Abbruch der Burgruine stoppen, indem er sie privat erwarb und sie 1860 durch einen Aussichtsturm (20) erschloss. Nachdem die Burgruine 1904 an die Stadt gekommen war, bemüht sich seit 1921 die „Schlossberggemeinde“ um den Erhalt der Burg. 2011 stürzte ein Teil der nördlichen Zwingermauer ein und musste erneuert werden.

Text: Joachim Zeune

Wikipedia: zum Eintrag
Koordinaten: 10.574300, 50.079900

Baugeschichte

Die intensiven Reparatur- und Erneuerungsarbeiten verunklären die Baugeschichte erheblich. Errichtet wurde die Burg wohl um 1200 im Zuge der in dieser Gegend intensiven Burgenbautätigkeiten (Altenstein, Lichtenstein, Raueneck, Rotenhan) wohl durch die Krone. Die etwas kleinere Kernburg bestand aus einer mehreckigen, turmlosen Ringmauer (4), einem stadtseitigen Palas (5) mit der Burgkapelle Hl. Bartholomäus und einem runden Bergfried (6) an der Ostseite. Kurz vor 1317 errichtete man eine steinerne Kemenate (7), nach 1333 integrierte man die Burg in die neue Stadtbefestigung. In den 1430er-Jahren, einst belegt durch das Baudatum 1442, bewehrte man die Hauptburg durch einen Zwinger (8) mit schmalen Halbrundtürmen (9 und 10). Damals dürfte auch der Burgbrunnen (11) abgeteuft worden sein. Zwischen 1498 und 1511 wurde die Artillerieumwehrung erneuert und mit einer Kontereskarpe (12) versehen sowie mit drei mächtigen Rondellen (13 „Seckendorffturm“ und 14 „Basteiturm“) verstärkt, von denen das westliche Rondell 1595 dem viereckigen Wächterturm (15) weichen musste. Der Bergfried erfuhr eine Aufstockung durch Backsteine und ein Fachwerkgeschoss mit vier Eckerkern. Das ausgehende 16. und vor allem das frühe 17. Jahrhundert brachten zahlreiche Um- und Ausbauarbeiten an der wiederholt maroden Burg.

Text: Joachim Zeune

Baubestand

Als Bauplatz diente ein das Nassachtal überblickendes Vorgebirge (354 m ü NN), das ein gewaltiger Halsgraben (1) vom östlich anschließenden Hochplateau abtrennte. Dort erstreckte sich einst an der Stelle des heutigen Parkplatzes die alte Vorburg (2). Während fast die gesamte Hauptburg inklusive Burggastronomie (5) auf moderne Baumaßnahmen des 19. und 20. Jahrhunderts zurückgeht und keinen markanten hochmittelalterlichen Bestand bewahrt hat, ist die zweiphasige Artillerieumwehrung mit ihren trutzigen Rondellen noch immer sehr eindrucksvoll. Ein Highlight der gesamten Burgenregion ist der mindestens 83 Meter tiefe, gut ausgeleuchtete Burgbrunnen. Auch die historische Altstadt am Fuß des Burgbergs lohnt einen Besuch.

Text: Joachim Zeune

Touristen Information

Die Burgruine Königsberg ist vom Ort aus zu Fuß oder mit dem Auto (Parkplatz vor der ehemaligen Zugbrücke) erreichbar. Für das Kulinarische sorgt Vera`s Burgschänke.
Im Juni findet auf der Burg jährlich eine große Gartenmesse, mit dem Schwerpunkt Rosen, statt.
Im Ende August/Anfang September veranstaltet das „Freie Burgvolk zu Königsberg“ ein Mittelalterfest.

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