Burgen
in Bayern

Burgstall Heideck - Schlossberg Heideck-Schlossberg

Um 1260/70 ersetzte Marquard I. aus dem hochfreien Geschlecht derer von Heideck seine ungünstig platzierte Stammburg (Alten-)Heideck durch eine strategisch wesentlich besser gelegene Burg auf dem Schlossberg, die 1278 erstmals als Husen propre Heideckke urkundlich in Erscheinung trat. Aufgrund ihrer Nähe zu zwei wichtigen Verkehrswegen eignete sich die neue Burg wesentlich besser für den Ausbau der Herrschaft, den die Herren von Heideck vor 1288 durch die Erhebung des Ortes Heideck zu einer Stadt einleiteten. Auch dürfte die Heirat des Marquard I. mit der Burggräfin Sophie von Nürnberg den Neubau einer wohnlicheren und stattlicheren Burg bewirkt haben. Die unter den Brüdern Konrad I. und Friedrich I. seit der Mitte des 14. Jahrhunderts ausgebaute Herrschaft ging 1471 aufgrund finanzieller Schwierigkeiten an die Herzöge von Bayern-Landshut und wurde 1505 nach dem Landshuter Erbfolgekrieg dem neu gegründeten Fürstentum Pfalz-Neuburg zugeschlagen. 1542 verpfändeten die Pfalzgrafen Ottheinrich und Philipp das Amt Heideck an die Reichsstadt Nürnberg, die umgehend die verfallene Burg instand setzte. Im Zweiten Markgrafenkrieg erlitt die Stadt Heideck 1553 zwar Schäden, nicht aber die Burg, auf der bis 1583/84 noch Vögte saßen. Danach setzte der bauliche Niedergang ein, verbunden mit Abbruchmaßnahmen. Als letzten Burgrest brach man 1900 die 1596 noch existente Schlosskapelle St. Georg ab. In den 1960er-Jahren installierte man in der ehemaligen Hauptburg einen großen Wasserbehälter. Im Jahr 2007 wurde der Burgstall im Rahmen des Leader-Plus-Projekts „Historisches Heideck“ zuerst archäologisch durch einige Sondagen erforscht, dann 2008 erschlossen.

Koordinaten: 11.103015, 49.109374

Baugeschichte

Die Gründungsburg besaß eine ausgedehnte Vorburg und am Ende des Bergrückens eine Hauptburg aus Ringmauer, quadratischem Bergfried und Palas. Ausbauphasen des 15./16. Jahrhunderts umfassten unter anderem einen großen Speicherbau der Vorburg, dessen Mauereck im Herbst 2007 ergraben werden konnte. Ob der kleinere Turm am Ostende mit seinem eventuell jüngeren Fachwerkaufbau dieser Ausbauphase angehört oder bauzeitlich entstand, ist nicht mehr zu klären.

Baubestand

Die Burg belegte das östliche Ende eines weithin sichtbaren, nach drei Seiten steil abfallenden Bergrückens. Nach Westen ersteckte sich eine große Vorburg mit mächtigem Halsgraben zum Vorgelände, am Ostende lag die kleine, gleichfalls durch einen imposanten Halsgraben abgetrennte Hauptburg. Die archäologischne Grabungen im Jahr 2007 bestätigten, dass aufgrund intensiven Mauerabbruchs lediglich die Vorburg punktuell Mauerreste bewahren konnte. Glücklicherweise haben sich von der intakten Burganlage zwei detailfreudige Darstellungen aus den Jahren 1536/37 und 1560 erhalten, die der virtuellen Rekonstruktion als Grundlagen dienten. Die Architektur war überaus stattlich und visualisierte eindrucksvoll die einstige Macht der Herren von Heideck.

Touristen Information

Der Burgstall auf dem etwa 3 km südwestlich der Stadt gelegenen, baumfreien Schlossberg ist jederzeit zugänglich. Ein ca. 14 km langer ausgeschildeter Rundwanderweg, der in zwei Richtungen begangen werden kann, wurde im Rahmen des Heidecker Burgprojekts angelegt.

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