1193/94 fielen Reichenhaller Bürger über einen Pass an der Königsseeache nach Berchtesgaden ein, um die das Salzmonopol gefährdenden, konkurrierenden Salinenanlagen des Augustinerstifts Berchtesgaden zu zerstören. Daraufhin bewehrten die Kanoniker den Pass durch einen Turmbau, der 1252 erstmals beurkundet wird. Dieser Turm sollte vor allem den Zugang zur Saline im Markt Schellenberg schützen. 1382 nahm der bayerische Herzog Friedrich von Niederbayern die Wehranlage nach heftigem Kampf ein und plünderte Berchtesgaden. Daraufhin übernahm Erzbischof Pilgrim von Salzburg neben Berchtesgadener Salzwerken auch die Wehranlage und hielt sie als Pfand bis 1556. 1677 baute man die Befestigungen aus. 1841 brach man das Torhaus ab, drei Jahre später legte man die Straße tiefer.
Der Turm ist heute unzugänglich.
Der Turm ist heute unzugänglich.
Koordinaten: 13.005331, 47.673558
Baugeschichte
Die Baugeschichte des mehrfach aus- und umgebauten Turmes hängt eng zusammen mit der Geschichte der Passsperre und ist nicht erforscht. Der quadratische Turm soll direkt nach den Geschehnissen von 1193/94 errichtet worden sein, wofür auch sein romanischer Hocheingang spricht. Einige Autoren (Sieghardt 1952, S. 49; Lang 2003, S. 83) halten Turm dagegen für „gotisch“ bzw. erst um 1252/53 erbaut. 1389 soll Erzbischof Pilgrim von Salzburg den Schellenberger Turm verstärkt haben, weitere Verstärkungen der Passsperre erfolgten 1677.
Die Wappentafel des Fürstprobstes Johannes Conrad von Schroffenberg mit der Jahreszahl 1781 bezeugt einen Umbau im Stil des Barock. Verbunden mit der Tieferlegung der Passstraße wurden zuerst das Torhaus (1841) und dann die gemauerten Traversen (1844) komplett abgebrochen.
Die Wappentafel des Fürstprobstes Johannes Conrad von Schroffenberg mit der Jahreszahl 1781 bezeugt einen Umbau im Stil des Barock. Verbunden mit der Tieferlegung der Passstraße wurden zuerst das Torhaus (1841) und dann die gemauerten Traversen (1844) komplett abgebrochen.
Baubestand
Der quadratische Turm ragt eindrucksvoll von einem steilen Felskotz an der Berchtesgadener Ache viergeschossig auf und schließt mit einem steilen Pyramidendach ab. Im 1. Stock öffnet sich der rundbogige Hocheingang, ansonsten durchbrechen nur wenige Öffnungen das Mauerwerk aus Bruchsteinen und schön behauenen Eckquadern.
In Folge der Tieferlegung der Straße wurden zuerst der Torbau (1841) und dann die gemauerten Traversen (1844) komplett beseitigt, wodurch die historische Situation völlig verunklärt wurde.
In Folge der Tieferlegung der Straße wurden zuerst der Torbau (1841) und dann die gemauerten Traversen (1844) komplett beseitigt, wodurch die historische Situation völlig verunklärt wurde.