Burgen
in Bayern

Burgruine Raueneck Ebern-Vorbach

Die Burg wird indirekt bereits 1213 mit Hermannus de Ruhenecke erwähnt. 1231 trug der Edelfreie Ludwig de Ruheneke sein halbes castrum dem Würzburger Bischof zum Lehen an. Die Herren von Raueneck repräsentierten ein damals reich begütertes, politisch einflussreiches Adelsgeschlecht, das in direkter Nachfolge der einst bedeutenden Herren von Bramberg stand. Nach der Zerstörung ihrer Stammburg Bramberg 1168 durch König Friedrich I. errichteten sie die neue Stammburg Raueneck Von 1378 bis 1476 hielt das Ministerialengeschlecht der Marschalks die Burg, an der Dietz Marschalk 1378 viel Geld verbaute. 1430, in Zusammenhang mit den Hussiteneinfällen, sind weitere Baumaßnahmen überliefert. Mit der Verlegung des würzburgischen Doppelamts Bramberg-Raueneck 1685 nach Ebern setzten vor allem ab 1720 Vernachlässigung und Verfall ein. 1829 kam die Ruine an die Familie Rotenhan zu Eyrichshof, in deren Besitz sie sich noch immer befindet. 2005 wurde die Burgruine durch den Landkreis, der auf 45 Jahre ein Erbaurecht erwirkte, saniert. Kurz zuvor, 2004, hatte der Besitzer das Ruinengelände vom dichten Baumbewuchs befreit.

Text: Joachim Zeune

Wikipedia: zum Eintrag
Koordinaten: 10.732000, 50.108700

Baugeschichte

1999 und 2006 durchgeführte Bauaufnahmen zeigten, dass die Burg hauptsächlich in sechs Bauphasen zur heutigen Gestalt wuchs. Von der Gründungsburg kurz nach 1200 stammen Teile der Ringmauer, vom alten Palas zeugen lediglich Spolien, vom quadratischen Bergfried eine historische Abbildung. Der Ausbau von 1378ff. umfasste einen Wohnturm im Nordeck der Burg, die Wiederherstellung der Ringmauer und die Errichtung mehrerer Gebäude im Burghof, die den im 14. Jahrhundert überlieferten Ganerben zugerechnet werden können. Im frühen 15. Jahrhundert erweiterte man den Wohnturm nach Südosten um einen Kapellenanbau. Burgenkundlich bedeutend ist der 1430 errichtete Zwinger mit seinen Schalentürmen, dem Zisternenturm und den zwei Wehrerkern an der Ostseite, wo ebenerdiges Gelände angrenzte. Um 1500 entstand im Südeck der Hauptburg eine neue Burgkapelle. Schließlich erfolgte in der 2. Hälfte des 16. Jahrhunderts eine Überformung des nördlichen Wohntraktes. Damals verlegte man den Zugang, der sich ursprünglich im Südwesten neben der neuen Kapelle befand, nach Nordosten, wo man eine steinerne Brücke errichtete. Nach Südwesten, Westen und Südosten erstreckte sich eine ausgedehnte Vorburg, die aber nicht näher untersucht werden konnte.

Text: Joachim Zeune

Baubestand

Einst weithin sichtbar, heute durch dichten Baumbewuchs verborgen, thront die Burgruine auf dem Westausläufer des 431 m ü.N.N hohen Haubenbergs. Die Vorburg lag westlich unter der Hauptburg, von wo auch der alte Zugang erfolgte. Heute erreicht man die Burg von Nordosten über den mächtigen Ringgraben, den eine steinerne Brücke des 16. Jahrhunderts quert. Erhalten haben sich eindrucksvolle Reste der Hauptburg mit der hussitenzeitlichen Umwehrung samt Wehrerkern und Flankierungstürmen, der Ringmauer der und dem Wohntrakt an der Nordostfront. Vom Bergfried an der Nordwestseite zeugt nur noch ein überwachsener Schutthaufen. Gut erhalten haben sich die Wände der jüngeren Burgkirche.

Text: Joachim Zeune

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