Angeblich werden Siedlung und Burg Sinna erstmals 1001 erwähnt, was sich keinesfalls auf die heutige Burg beziehen kann. Aus dem 12. Jahrhundert fehlen relevante historische Nachrichten. 1303 werden die hochstiftisch-würzburgischen Burgmannen Gozo, Aplo und Hermannus de Sinna genannt, doch die Burg erscheint erstmals direkt 1317, als Graf Ludwig d. J. von Rieneck eine Burghälfte zu Lehen hat. 1338 setzte Bischof Otto von Wolfskeel den Dietz von Thüngen als Erbburgmann auf Burgsinn ein und verpflichtete ihn zum Ausbau der "veste Burksinne", die 1372 mehrere steinerne Kemenaten besaß. 1405 erwarb der Sohn des Dietz, Wilhelm, die Burg. Seitdem verblieb Burgsinn bei der Familie Thüngen, die es 1427 Brandenburg zu Lehen auftrug und 1607 das Fronhofer Schloss, 1620 das Neue Schloss im Ort erbaute.
Die Burg ist heute in einem desolaten Zustand, verwahrlost und zugewachsen, die Ostseite bereits eingestürzt, das Bergfrieddach marod, nur der Nordflügel notdürftig bewohnt.
Text: Joachim Zeune
Wikipedia: zum Eintrag
Koordinaten: 9.652272, 50.148403
Baugeschichte
Die Baugeschichte von Burgsinn ist im Detail nicht erforscht. Ältester heute sichtbarer Baukörper ist der wohl um 1180 errichtete Bergfried. Eine Urkunde von 1339 beschreibt ganz exakt alle Baulichkeiten, die Dietz 1339 umbauen oder neu errichten sollte. Demzufolge entstanden 1339/40 in der Hauptburg eine neue Ringmauer mit "schuzlochern", ein Tor mit Fallgitter und Zugbrücke, eine neue Brustwehr samt Abwasserrinnen auf dem Bergfried und ein neuer Torturm in der Vorburg. Die 1339/40 entstandene Umwehrung der Hauptburg setzt sich aus mehreren Bauphasen zusammen, denn die Ecktürme zeigen sowohl Schießscharten der Zeit um 1420/30 als auch des späten 15. Jahrhunderts, wohingegen das Datum 1543 am südöstlichen Eckturm weitere Umbauten belegt. Der Wohnbau an der Nordseite scheint den alten Palas zu enthalten, wurde aber zwischen dem 16. und 18. Jahrhundert stark überformt und umgebaut. Der Wohnbau an der Südseite stammt erst aus der Mitte des 16. Jahrhunderts.
Text: Joachim Zeune
Baubestand
Die im Talgrund der Sinn in einem 1339/40 teichartig aufgestauten Gewässer stehende, fast trapezoide Hauptburg wird von Westen durch eine Brücke erreicht. Eindrucksvoll ist die Umwehrung mit ihren vier Ecktürmen, von denen drei viereckig sind, während das Nordwesteck durch einen Rundturm bewehrt ist. Der nordöstliche Eckturm ist als einziger noch unter Dach. Dominiert wird die Burg von ihrem 22 Meter hohen quadratischen Bergfried (Seitenlänge 8,5 Meter, Mauerdicke 2,6 Meter) mit seinem sorgfältig gearbeiteten, eher kleinformatigen Buckelquadermauerwerk ohne Zangenlöcher. Sein vermauerter Hocheingang öffnet sich, begleitet von Konsolen, in 8,2 Meter Höhe in der Westwand. Die den Burghof an drei Seiten umgebenden Wohnbauten zeigen Spuren zahlreicher Umbauten und sind – wie die gesamte Burg - in einem Besorgnis erregenden Zustand. Die gesamte Anlage ist dicht überwuchert. Die westlich vorgelagerte Vorburg ist weitgehend verschwunden.
Text: Joachim Zeune
Touristen Information
Die Hauptburg ist nicht zugänglich, kann aber von außen besichtigt werden. Die Internetseite des Marktes Burgsinn bietet alte Ansichten und Fotografien, auch des Neuen Schlosses und des Fronhofschlosses:
www.burgsinn.de