Burgen
in Bayern

Burg Wernberg Wernberg-Köblitz

Die früheste urkundliche Erwähnung der Burg Werdenberch, die eine Gründung der Landgrafen von Leuchtenberg darstellt, fällt in das Jahr 1280, als die Burg an Konrad von Paulsdorf kam. Seine Tochter brachte Wernberg im folgenden Jahr durch Heirat an die Nothaft, die hier bis ins 16. Jahrhundert saßen. Im Jahr 1367 trug Heinrich I. Nothaft seine freieigene Burg Wernberg dem Königreich Böhmen zu Lehen auf. 1509 veräußerten Georg, Kaspar, Heinrich, Hans und Bernhard Nothaft Wernberg an Georg Wispeck von Velburg. 1530 erwarb Johann IV., Landgraf von Leuchtenberg, die Burg, die mit dem Aussterben der Leuchtenberger 1647 an Kurbayern kam und von 1704 bis 1803 Sitz des Pflegamts für die Oberpfalz wurde. Von 1856/57 bis 1859 diente die Burg als Zwangsarbeitshaus und ab 1861 als „Rettungsanstalt für gefallene Frauen und verwahrloste Mädchen“. 1918 ging Wernberg an Andreas Graf Schall-Riacour, der sie als Asylantenwohnheim vermietete. Ab 1804 verkam Wernberg vorübergehend zur Strafanstalt. Die verwahrloste, bereits teilruinöse Burg ging 1992 in den Besitz der Gemeinde Wernberg über, die in Kooperation mit Klaus Conrad, Inhaber des Elektronikkonzerns Conrad, eine Komplettsanierung durchführte. Die auf 99 Jahre an Conrad verpachtete Burg erfuhr dabei einen Ausbau zu einem Nobelhotel mit Restaurant und Tagungsstätte.

Text: Joachim Zeune

Wikipedia: zum Eintrag
Koordinaten: 12.165577, 49.539330

Baugeschichte

Die gegen Mitte des 13. Jahrhunderts erbaute Burg Wernberg umfasste unter anderem den mächtigen quadratischen Bergfried, den Palas im Norden und die Ringmauer. Die Nothaft verdichteten die Bebauung und errichteten unter anderem die 1401 geweihte, 1712 dann barock überformte Burgkapelle St. Georg sowie ein neues "gebäu", bei dem es sich vielleicht um den alten Torbau handelte. 1478 entstand der Südflügel, zugleich wurde der Nordflügel überformt. Aus dieser Zeit dürfte auch der frontseitige Zwinger samt dem Burgtor mit seinem Karrentor und Fußgängertor stammen, das durch eine Zugbrücke bewehrt wurde. Der Innenhof mit seinen doppelgeschossigen Arkadengängen und dem Treppenturm atmet deutlich den Stil der Renaissance (16./frühes 17. Jahrhundert?). Im Burghof war ehedem das Baudatum 1669 lesbar, das sich auf einen Umbau beziehen muss. 1712 stürzte die westliche Ringmauer ein und wurde samt der Burgkapelle erneuert; dabei erhielt die Kapelle ihre barocke Gestalt. Kurz darauf, 1731, waren weitere Reparaturen nötig. 1920 erfolgte unter Andreas Graf Schall-Riacour ein Umbau des Südflügels, der 1942 teilweise niederbrannte.
Die modernen Zu- und Umbauten haben den Bestand von Wernberg zwar deutlich verändert, doch hat die Burg ihre eindrucksvolle Fernwirkung bewahrt.

Text: Joachim Zeune

Baubestand

Die auf einem Bergausläufer stehende Hauptburg wird von einem mächtigen, nach Südosten verdoppelten Ringgraben bewehrt, den eine lange Holzbrücke quert. Die Burgbauten drängen sich dicht um den kleinen Burghof. Trotz ihrer intensiven modernen Neunutzung lässt die Burg noch immer das Flair eines alten Bauwerks spüren. Baubefunde sind kaum noch ablesbar, die Burg ist von neuem Verputz überzogen. Gut erkennbar sind noch die bis zu 1,1 Meter langen Buckelquader am spätgotisch leicht überformten Bergfried. Der Innenhof verdankt sein Erscheinungsbild den Zubauten des 16./frühen 17. Jahrhunderts.

Text: Joachim Zeune

Touristen Information

Das Hotel Burg Wernburg gehört zu den "Sightsleeping"-Hotels, die "Inspiration, Entschleunigung udn Genuss in ehrwürdigen Mauern" versprechen.

Der Burghof ist frei zugänglich; die Burg selbst ist im Rahmen des Restaurant- und Hotelbetriebs zu besuchen. Kostenlose Parkplätze stehen im Bereich der Vorburg zur Verfügung.

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