Burgen
in Bayern

Burgruine Waischenfeld Waischenfeld

Erstmals wird eine Befestigung - urbs Wischinvelt - 1122 unter Konrad, Sohn des Wirtin von Waischenfeld genannt. Die Schlüsselberger, die W. im frühen 13. Jhdt. erhielten, verpfändeten das castrum Wischenvelt zeitweise an das Bistum Bamberg. Konrad II., der letzte und mächtigste der Edelfeien von Schlüsselberg, erhielt 1315 von König Ludwig IV. die Stadtrechte für W. und ließ Burg und Stadt umfangreich ausbauen. Innerhalb der Burganlage und Stadtbefestigung existierten damals mehrere befestigte Burghuten verschiedener Adelsfamilien. Nach dem Tod Konrads II. 1347 (siehe Burg Neideck) wurde die Herrschaft Waischenfeld an das Bistum Bamberg veräußert und blieb bis 1803 im Besitz des Hochstifts. Den Bauernkrieg (1525) überstanden die Mauern unbeschädigt, den 2. Markgrafenkrieg 1552/53, den Dreißigjährigen Krieg 1634 und den Franzosenkrieg 1796 jedoch nicht. Der bauliche Verfall setzte bereits im 18. Jhdt. ein und wurde nach der Säkularisation (1803) dadurch beschleunigt, dass Staat die Burgruine als Steinbruch verkaufte.

Text: Joachim Zeune

Wikipedia: zum Eintrag
Koordinaten: 11.342547, 49.845012

Baugeschichte

Sollte sich die Bezeichnung urbs tatsächlich auf die Burg beziehen, begänne die Baugeschichte von W. bereits im frühen 12. Jhdt. Ihre größte Ausdehnung erreichte die Burganlage im 14. und 15. Jhdt. Westlich der Hauptburg lag eine ausgedehnte, grabenumwehrte Vorburg, Stadt und Burg waren durch einen Mauerring verbunden. Die hochmittelalterliche Hauptburg beschränkte sich auf ein kleines Felsplateau im Osten. Hier stand bis zu seinem Abbruch 1876 das sog. „Alte Haus“, das als Festes Haus möglicherweise in das 11. oder frühe 12. Jhdt. zurückreicht. Im frühen 16. Jhdt. verstärkte man die Umwehrung der Vorburg durch zwei gedrungene und mit T-Scharten bestückte Wehrtürme. Den Nordrand der Umwehrung belegt eine Gebäudegruppe, die teilweise noch aus der Zeit von 1518/19 stammt.
Der isoliert von der Vorburg auf einem kleinen Felsklotz aufragende Rundturm („Steinerne Beutel“) dürfte aus dem frühen 13. Jhdt. stammen.

Text: Joachim Zeune

Baubestand

Burg W. steht auf einem Dolomitfelsmassiv hoch über dem westlichen Ortsrand des gleichnamigen Städtchens. Markantestes Wahrzeichen der ehemaligen Burganlage ist heute der sog. „Steinerne Beutel“, ein schlanker Rundturm, der isoliert auf einem senkrecht abgeschroteten Dolomitsockel steht. Er ist der letzte Überrest der wohl im 13. Jhdt. errichteten Rüssenbacher Nebenburg. Baureste aus der mutmaßlichen ersten Gründungszeit im 12. Jhdt. lassen sich heute nicht mehr nachweisen. Von der ausgedehnten Burganlage des Spätmittelalters und der frühen Neuzeit zeugen heute vor allem die Fragmente in der Hauptburg. Erhalten haben sich die Umfassungsmauern des oberen Burghofs der Hauptburg mit den Wehrtürmen des 16. Jhdts. Am Nordrand steht das sog. Oberamtsschloss, das in den Jahren 1518/19 und 1754/56 entstand und heute u.a. die Burgwirtschaft beherbergt.

Text: Joachim Zeune

Touristen Information

Die Ruine ist frei zugänglich und auf eigene Gefahr zu besichtigen. Innerhalb der Anlage liegt die Burggaststätte Waischenfeld mit ihrem schönen Biergarten. Geöffnet ist die Gaststätte Mittwoch bis Sonntag von 11 bis 23 Uhr oder nach Vereinbahrung. Informationen erhalten Sie unter 09202 970447.
Kostenlose Parkplätze sind direkt an der Burg vorhanden.

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